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Black Mirror II: Alles über den Fluch...

Der Physikstudent Darren Michaels besucht in den Semesterferien seine Mutter im beschaulichen Ort Biddeford, Maine, in Neu-England. Das Leben in diesem Kaff ist geprägt von Langeweile, einem Aushilfsjob im Fotoladen des Cholerikers Fuller und der Hoffnung darauf, das eine oder andere hübsche Foto zu machen... Darren ist nämlich begeisterter Hobbyfotograf.
Als jedoch die bezaubernde Angelina in sein Leben tritt, ändert sich Darrens Situation schlagartig. Seine Mutter erleidet einen Unfall, Angelina wird des Mordes verdächtigt und verhaftet, und Darren verstrickt sich in ein Abenteuer, an dessen Ende nichts mehr so sein wird, wie es am Anfang schien...

Bei Black Mirror II handelt es sich um ein klassisches Point-and-Click-Adventure, eine interaktiv erzählte Geschichte also, und zudem die Fortsetzung des erfolgreichen Abenteuers Black Mirror aus dem Jahre 2004. In Black Mirror II wird man ins Jahr 1993 versetzt, und erlebt die Abenteuer eines jungen Mannes, der nach und nach in eine Geschichte verstrickt wird, welche ihn aus seinem harmlosen Leben in den USA letztlich nach Großbritannien verschlägt, wo er sich mit den Machenschaften eines geheimen Ordens herumschlagen muss und die Geheimnisse rund um das namensgebende Schloss Black Mirror und seine eigene Vergangenheit Schritt für Schritt aufdeckt.
Das Spiel lebt dabei von mehr oder minder überraschenden Wendungen, liebevoll gestalteten Charakteren und Dialogen und seiner bezaubernden Optik. Aber eines nach dem anderen...


Black Mirror II: Die Geschichte geht weiter

Grafik

Was gleich positiv auffällt ist die wunderschön gestaltete Grafik, sowohl was die Zwischenvideos als auch das Spiel als solches angeht. Die Videosequenzen ruckelten zwar leider bei unserem Test, dies dürfte allerdings an der etwas älteren Hardware des verwendeten Rechners liegen... Soviel Ressourcen-Hunger hat uns dann bei einem Adventure doch überrascht. Mit einem aktuellen Rechner sollte es diese Probleme jedoch nicht geben, und auch trotz des hakeligen Ablaufs überzeugten die Sequenzen durch ihre düstere Athmosphäre.
Das Spiel selbst ist in der sogenannten 2,5D-Technologie gestaltet, bei welcher zweidimensionale Hintergründe von dreidimensionalen Figuren durchlaufen werden. Schöne Wettereffekte, detaillierte Umgebungen und eine insgesamt stimmige Athmosphäre ziehen sich durch das gesamte Spiel und lassen kaum Grund zur Beanstandung. Lediglich die etwas unnatürliche Bewegung der Charaktere stößt manchmal auf, und kleinere Clipping-Fehler (z.B. wenn Darren ein Bett verschiebt und zunächst komplett in die Luft greift, bevor sich im Laufe der Animation die Hände dann doch um den Bettknauf legen) sind für ein Adventure wohl noch verzeihlich.
Was etwas seltsam anmutet ist die Option in den Einstellungen, sogenannte Hintergrund-Charaktere auch abstellen zu können. Das sind Figuren die durch die Gegend laufen, mit dem Spiel aber nichts zu tun haben und mit denen auch nicht interagiert werden kann. Das Problem hierbei ist, daß bereits ab dem zweiten Kapitel davon sowieso fast keine mehr auftauchen. Freut man sich am Anfang also über die belebte Umgebung, vermisst man dieses Element dann an späteren Stellen, besonders in Willow Creek.

Spielverlauf

Adventures haben die Angewohnheit, recht linear zu verlaufen... Einfach weil ja eine zusammenhängende Geschichte erzählt wird, die nicht viel Spielraum für Variationen lässt. So auch bei Black Mirror II. Man klickt sich durch Kapitel und Rätsel, führt Dialoge, und je nach Spielfortschritt werden noch einzelne Bereiche freigeschaltet zu denen man sich bewegen darf, und im Verlauf der Story wechselt man natürlich gänzlich die Schauplätze.
Das erste Kapitel fällt auch hier besonders positiv auf - gerade am Anfang hat man eine recht große Freiheit und kann mit Darren einfach den Einstiegsort "Biddefort" erforschen, ohne sich zu sehr eingeschränkt zu fühlen. Mit zunehmendem Spielverlauf jedoch wird man das Gefühl nicht mehr los, daß es nahezu egal ist wie man sich entscheidet, letztlich muss man ja doch dem vorgegebenen Strang folgen. Gerade hier wünscht sich der Spieler gelegentlich doch die eine oder andere Möglichkeit, durch verschiedene Lösungsansätze, oder zumindest variable Dialogführung, zum Ziel zu kommen oder zumindest das subjektive Gefühl zu erleben, die eigene Entscheidung hätte irgendwie Einfluß.
Ansatzweise kommt dieses Gefühl wohl bei den "Todessequenzen" auf, das sind Stellen, an denen Darren tatsächlich sterben kann. Hier heisst es in der Regel blitzschnell zu kombinieren und die richtige Lösung zu finden, sonst beisst Darren plötzlich ins virtuelle Gras. Wer nun aber Angst davor bekommt, wegen seines schlampigen Speicher-Verhaltens ganze Kapitel neu spielen zu müssen sei beruhigt: Vor jeder dieser Szenen wird automatisch ein Spielstand angelegt, sodass man im Falle von Darrens Ableben exakt an der gleichen Stelle eine zweite Chance bekommt. Oder eine Dritte. Oder eine Vierte. Oder...
Insgesamt jedoch stimmt der Spielfluss. Wenn man nicht zufällig (meist aus eigener Doofheit) auf der Stelle tritt, gibt es ständig Neues zu entdecken, Informationen zu sammeln und die Geschichte zu erforschen. Man sollte Black Mirror II mit Geduld spielen und jeden Hotspot ausreizen, so findet, man neben vielen spannenden und nützlichen Informationen rund ums Spiel, auch manche aus heutiger Sicht witzige Anspielung auf die Technik und Kultur der 90er. Dies, kombiniert mit Darrens sehr sarkastischem und zuweilen fast gehässigen Charme, birgt massig schwarzen Humor und zieht den Spieler immer weiter in den Bann.


"Der Lolli ist ein Andenken aus Tschernobyl"

Vertonung

Besonderes Augenmerk bei Adventures liegt natürlich immer auf der Vertonung, vor allem was die Dialoge betrifft. Und diese sind bei Black Mirror II bis auf ganz wenige Ausnahmen meisterhaft gelungen! Abgesehen vielleicht von der etwas übertriebenen Intonierung Fullers wirken die Gespräche flüssig und dem Charakter der Figuren sowie der Situation entsprechend. Ein kleines Gefühl der Unlogik beschlich uns wohl, als wir zunächst eine Aktion ausführten, und danach erst einen Dialog führten, der uns vorab Informationen zu eben diesem Geschehen geben sollte... Die Gesprächsinhalte ändern sich nicht, egal wie weit man im Spiel voran geschritten ist.
Auch Hintergrundgeräusche und Musik lassen keinen Grund zur Beanstandung, lediglich daß letztere nur in den spannungsgeladenen Szenen auftaucht ist schade. Manchmal wirkt das Spiel schon fast zu ruhig.

Spielsteuerung

Vorbildlich gelöst ist die Steuerung bei Black Mirror II. Laufwege lassen sich innerhalb einer Szene meist durch einen Doppelklick auf das zu erreichende Ziel abkürzen, wenn man zwischen den Szenarios in einem Gebiet reisen will hat Darren meist eine Ansichtskarte zur Hand, über die er in Sekundenschnelle auch weiter entfernte Orte erreichen kann. Wo man also bei vergleichbaren Spielen oft Stunden mit sinnlos erscheinender Wanderei verbringt, hat man bei Black Mirror II ausreichende Mittel zur Verfügung, zügig zur nächsten Aktion zur Schreiten.
Auch das Inventar ist schön aufgeräumt, nur selten schleppt man Gegenstände mit sich herum die keinen praktischen oder informellen Nutzen mehr fürs Spiel haben. Das übersichtliche Tagebuch, in dem Darren Aufgaben und Ereignisse notiert tut sein übriges, um den Spieler immer am Nabel der Geschichte zu halten.

Rätsel

Das Allerwichtigste bei einem Point-and-Click-Adventure sind natürlich die Rätsel. Was kombiniere ich womit, um mein Ziel zu erlangen? Wie schaffe ich es, eine Person zu der und der Aktion zu bewegen? Solche Dinge sind in Black Mirror II allesamt logisch und nachvollziehbar angelegt, wenn auch der Schwierigkeitsgrad mitunter stark schwankt, und man sich jeden Hotspot (Interaktionspunkt) ganz genau ansehen sollte, oftmals auch zu einem späteren Zeitpunkt erneut, um nicht irgendwann in der spielerischen Sackgasse zu sitzen. Besonders lobenswert ist hier beim Design, daß manches Rätsel sogar ein wenig lehrreich ist: So lernt man im Laufe des Spiels Grundlagen klassischer Foto-Entwicklung, physikalische Zusammenhänge werden erklärt und dabei bleibt immer das Gefühl: Was Darren hier macht ist realistisch und nachvollziehbar.
Weiteres Element sind die sogenannten Schalter- und Schieberätsel, die ins Spiel eingestreut sind und fürs weiterkommen gelöst werden müssen. Auch diese schwanken in ihrem Schwierigkeitsgrad stark und lassen zudem manchmal den einen oder anderen Hinweis vermissen, was man überhaupt tun soll. Zwar lassen sie sich ebenfalls alle mit Logik lösen, aber diese ist bei wenigen Rätseln ohne Hilfe kaum nachvollziehbar. Zum Glück hat das Entwicklerstudio einen "Panik-Hebel" eingebaut, der sich (wie andere Spielhilfen) optional zu- und wegschalten lässt. Mit diesem Hebel kann man solche Knobelaufgaben gegebenfalls überspringen, bevor der Frustpegel ins unermessliche steigt.

Bonussystem

Nette Dreingabe ist zudem das Bonussystem. Darren ist, wie oben erwähnt, Hobbyfotograf, und als solcher hat er seine Kamera fast immer bei sich. Benutzt man diese nun mit bestimmten Interaktionspunkten im Spiel, macht der junge Mann Fotos davon und schaltet somit Extras frei, welche dann über das Hauptmenue des Spiels anwählbar sind. Dabei handelt es sich um haufenweise schöne Grafiken und ein paar Minispiele. Da wir aber vom eigentlichen Handlungsverlauf so gefesselt waren, haben wir diese Option leider viel zu selten wahrgenommen... Wiederspielen macht Freude!

Bug-Alarm!

Insgesamt kommt Black Mirror II schön fehlerfrei daher. Ein böser Bug ist uns aber leider doch untergekommen. Und zwar muss Darren im zweiten Kapitel Angelinas Hotelzimmer durchsuchen, und dabei hinter einem Lüftungsschacht eigentlich einen Funkverstärker finden... Beim ersten Ansatz haben wir aber anscheinend etwas zu schnell darauf geklickt. Oder das Falsche geklickt. Warum auch immer, plötzlich konnten wir diesen Punkt nicht mehr anwählen und somit das Spiel nicht mehr weiter lösen... Was dann zur Folge hatte, daß wir vom letzten Speicherpunkt aus noch mal von vorne beginnen durften. Dieser war bis dato am Anfang des Kapitels gesetzt, was hiess, ein komplettes Kapitel nochmal zu wiederholen. Ein sehr frustrierendes Erlebnis, welches so vom Entwickler wohl kaum gewünscht war.

Tops Flops
+ Tolle Athmosphäre
+ Grandiose Sprecher
+ Packende Handlung
+ Logische Rätsel
+ Vorbildliche Steuerung
- Zu linear
- Hintergrundfiguren nur im ersten Kapitel
- Zu offenes und fades Ende

Fazit

Publisher dtp Entertainment schafft es wieder einmal, ein packendes und liebevoll gestaltetes Adventure zu veröffentlichen, welches den Spieler über viele, viele Stunden an den Rechner fesselt. Kleinere Fehler sind verschmerzbar, das Ende allerdings ist doch etwas zu knapp und offen angelegt worden... Hier machte sich Enttäuschung breit. Insgesamt aber ist Black Mirror II jedem Adventure-Fan ans Herz zu legen, nicht zuletzt auch wegen der großartig inszenierten Charaktere. Insgesamt warten übrigens 6 spannende Kapitel auf den Spieler.

Erschienen: 25.09.2009
Publisher: dtp Entertainment AG
Entwickler: Cranberry Studios
Typ: Adventure
Multiplayer: Nein
USK: Ab 16 Jahre
Offizielle Website: www.blackmirror2.de

26.10.2009 by Otti

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