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Interview (Musik)Blättern: Vorheriger Artikel | Nächster Artikel

VAINERZ: "So richtig angekommen"

Seit Jahren schon überzeugen Vainerz mit modernen, eingängigen Synth-Klängen Im Dezember nun haben Rico und Mario uns eine neue LP namens Tendency erschienen - ein guter Anlass, um die Band mit einem kleinen Mail-Interview zu löchern, welches uns Mario dann auch ausführlich beantwortet hat:

Otti:
Euch als "Newcomer" zu bezeichnen wäre frech, aber es ist sicherlich noch so, dass Vainerz auch nicht der breiten Masse bekannt sind. Daher die simple Eingangsfrage: Wer seid Ihr, und was sind Eure musikalischen und künstlerischen Intentionen?

Mario:
Wir haben uns 2010 getroffen und festgestellt, dass wir eine gemeinsame Vergangenheit hatten. Wir beide waren mit unterschiedlichen Bands in 90er Jahren, Rico mit D-Pressiv und ich mit Never Endless, beim Berliner Label Maschinenwelt Records unter Vertrag.

Vainerz
"Ein guter Song bleibt im Kopf, den summt, pfeift oder singt man ständig. "

Otti:
Ihr wart beide schon vor Vainerz musikalisch aktiv - was hat Euch schließlich zusammengeführt?

Mario:
Wir beide waren zwar nicht mehr in den Bands aber durchaus noch musikalisch aktiv. Rico mit P24 und ich habe ein paar Bands geremixt. Wir beide schätzten die Arbeit des jeweils anderen sehr und wollten nun etwas Neues gemeinsam starten, denn Rico war auf der Suche nach einer geeigneten Stimme und ich nach einem kreativen Partner, der meine konservative Art mit wilder Kreativität ergänzt. Vainerz war geboren und die ersten Songs entstanden schnell.

Otti:
Wie sieht typisches Composing bei Vainerz aus? Also wie entsteht aus Eurer gemeinsamen Kreativität schließlich ein Song?

Mario:
Im Wesentlichen kommen die Ideen von Rico. Auf Tendency stammt lediglich 1 Song aus meiner Feder. Sobald es eine Idee gibt, die zu einem Song reifen soll, wird es eine Gemeinschaftsarbeit. Bei uns liegen die gesamten Song-Arrangements in der Cloud und wir feilen zusammen solange an jedem einzelnen Teil, bis es passt. Am Ende gehen wir mit fertigen Songs ins Studio und dort erhält er dann seinen Feinschliff.

Otti:
Ein Blick in Eure Jugend - wer warne die Musiker und Künstler, die Euch am meisten geprägt haben?

Mario:
Es waren für uns beide schon die üblichen Verdächtigen: Depeche Mode, Camouflage, The Human League, Jean-Michel Jarre, Kraftwerk.

Otti:
Was sind ganz allgemein die Kriterien, die für Dich ein Stück Musik, sei es ein Song oder gar ein ganzes Album, zu etwas besonderem machen?

Mario:
Ein guter Song bleibt im Kopf, den summt, pfeift oder singt man ständig. Doch ebenso wichtig, wie eine gute Melodie ist eine Struktur, die diese Melodie ins richtige Licht setzt, die sie scheinen lässt. Wenn das gelingt, wird aus einem guten ein besonderer Song. Und ein besonderes Album lebt vom gleichen Prinzip. Die Anordnung kann dafür sorgen, dass einzelne Songs im Kontext besser wirken oder auch untergehen.

Otti:
Nun ist mit Tendency die dritte LP von Vainerz frisch erschienen. Welche Erfahrungen von den Vorgängern haben Euch hierbei besonders geholfen?

Mario:
Wir waren mit den ersten beiden Alben auf dem Weg uns selbst zu finden. Wer sind wir, was macht Vainerz aus, wie stellen wir uns musikalisch auf. Wir hatten zwar eine Idee von Anfang an, fühlen uns aber erst jetzt so richtig angekommen. Das betrifft am meisten das Arrangement und den Sound. Was uns seit dem ersten Album begleitet ist, dass wir gerne variabel sind und uns Anleihen anderer Genres bedienen.

Otti:
Wo habt Ihr wiederum Stellschrauben gedreht und Dinge geändert, mit denen Ihr in der Vergangenheit unzufrieden wart?

Mario:
Das ist ganz klar das Arrangement. Nicht, dass wir damit unzufrieden waren, aber es konnte noch verbessert werden.
Im Vorfeld zu den Studioaufnahmen habe ich mich hierzu mit Paul Landers getroffen, den ich seit vielen Jahren kenne. Ich schätze sehr seine Erfahrung und sein Wissen, und ich habe viel in Sachen Arrangement von ihm lernen können und dürfen. Er hat zum Album einige Anregungen gegeben, wo und wie wir noch Dinge verändern können, um einerseits aus klassischen Strukturen auszubrechen und dabei andererseits den Songs mehr Tiefe zu geben, um sie besser wirken zu lassen. Oftmals sind es kleine Dinge, die dann das gewisse Etwas mit sich bringen. Wir haben einige von Paul Landers Ideen aufgegriffen und für uns entsprechend im Studio dann umgesetzt.

Otti:
Gibt es bei Tendency diesen berühmten roten Faden, oder zumindest Songs, die miteinander verbunden sind? Also was formt hier eine Ansammlung von Songs zu einer Einheit, die sich "Album" nennt?

Mario:
Inhaltlich gibt es keinen roten Faden. In allen 3 Alben war es jeweils das Gesamtbild, das stimmig sein muss. So sind in den ersten beiden Album jeweils ein Song herausgeflogen, weil sie nicht ins Gesamtbild passten. Alle Puzzleteile eines Albums müssen für Rico und mich am Ende einen Sinn ergeben.

Otti:
Bei The Enemy scheint es um eine psychische Erkrankung, Neurose oder ähnliches zu gehen - in jedem Fall bewegt der Text. Was konkret ist der Hintergrund des Songs?

Mario:
Spannendes Thema für mich als Texter. Oftmals gibt es nur einen Anstoß, der für einen kompletten Text sorgt. So auch hier. Der Text entstand, als ich wiederholt sah, dass Nachrichten, z.B. in Online Magazinen, vermehrt mit Hasskommentaren versehen wurden, teilweise ohne direkten Bezug zur Nachricht und offenbar mehr und mehr bei den Verfassern der natürliche Verstand aussetzte. Mir ging das total auf die Nerven, und so entstand der Text.
Meistens schreibe ich die Texte so, dass sie durchaus auch anders interpretiert werden können oder Raum zum Nachdenken geben.

Otti:
Was sind allgemein die Themen, die bei dieser Platte, aber auch generell in der Lyrik von Vainerz, im Vordergrund stehen?

Mario:
Es sind doch immer irgendwelche persönlichen Themen, wie Erlebnisse, Erfahrungen, Sehnsüchte, die zu kompletten Texten inspirieren.

Otti:
In diesem Jahr kommt man ja um ein Thema nicht wirklich herum, und das ist Corona. Einzige Frage dazu: Welchen Einfluss hatte die Pandemie auf Euer musikalisches Schaffen im Jahre 2020?

Mario:
Wir wollten eigentlich das Album eher veröffentlichen. Da aber im Frühjahr nur ein Thema existierte, haben wir es auf den Herbst verschoben. Zudem hat sich, zumindest bei mir, auch gezeigt, dass durch das ständige vor dem Rechner sitzen, jobbedingt jagt und jagte ein Zoom das nächste Teams-Meeting, die Lust, sich auch noch für neue Musik vor den Rechner zu setzen, doch eher gering war, aber das ändert sich gerade auch wieder. Naja, und letztlich fehlen mir die Auftritte.

Otti:
Was sind ansonsten in Euren Augen die entscheidenden Probleme der Menschheit, die es dringend anzugehen gilt?

Mario:
Die Dinge, die immer noch existieren: Krieg und Hunger zum Beispiel plus das, was gerade passiert: Die Spaltung der Gesellschaft, steigende Intoleranz und Kleinbürgertum.

Otti:
Blicken wir zum Schluss in die Vergangenheit: Was ist die amüsanteste Erinnerung, die Dich mit Vainerz verbindet?

Mario:
Der Name Vainerz bedeutet ja nichts und ist mal aus der Zusammensetzung von Namen entstanden. Wir wurden darauf früher oft angesprochen, zumal die Aussprache unklar ist oder war. Insofern fingen Rico und ich irgendwann die Geschichte vom seltenen Erz zu erzählen, dass tief in der Erde nur zu finden ist und so selten, dass man es auch kaum kennt, das Vain-Erz. Letztlich aber fanden nur wir das lustig, wie wir festgestellt haben.

Website:
www.vainerz.com

04.01.2021 by Otti
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