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APOCALYPTICA: Shadowmaker

"Ah, das sind doch die mit nur Cellos, die so voll abgehen!". Diesen Satz habe ich immer wieder in den letzten Jahren vernommen, wenn es um die Cello Rocker von Apocalyptica geht. Die Finnen haben sich zwar immer wieder namenhafte Stimmen mit ins Boot geholt, wie Ville Valo von HIM, Till Lindemann von Rammstein oder Corey Taylor von Slipknot, allerdings war das Besondere immer das Instrumentale. Ja, ich sage "war", denn die Combo hat sich jetzt Scars Of Broadway-Gitarrist Franky Perez mit ins Boot geholt - am Mic! Das neue und lang erwartete Album Shadowmaker klingt also dementsprechend frisch und neu und mit 12 Songs voller Power sollte diese Platte doch was ganz Besonderes sein.

Ein Intro als Opener, dann direkt der erste Track Cold Blood und irgendwie eine komische Stimmung bei mir. Denn der Effekt von metallischen Cellos in klassischer Form ist verschwunden. Okay, Perez klingt ganz gut an den Vocals, aber auch nicht so überragend, sondern sehr ersetzbar. Leider. Der folgende Namensgeber Shadowmaker rückt dann aber doch noch die klassischen Instrumente wieder ins rechte Licht, auch wenn es sich nur um einzelne Passagen handelt. Eigentlich sehr schade. Aber an sich rockt der Song schon ganz schön durch. Zum Glück! Jetzt wird es auch langsam wieder apokalyptisch bekannt, denn nicht nur die Gitarren sondern auch die Bogen hüpfen durch die Boxen und geben alles. Bei Reign Of Fear haben wir dann leider keine Coverversion von Rage sondern ein eigenständiges Stück Instrumentalkunst, das die Cellos mit harten Riffs und bittersüßen Melodien zum Glänzen bringt. Mit abwechslungsreichen Nummern wie Slow Burn und Hole In My Soul wird durch den Gesang neue Saiten angeschlagen, die schön sphärisch daherkommen um dann vom kratzigen House Of Chains rhythmisch-wummernd unterbrochen werden. Cooler Rocker, der ins Ohr geht. Generell fällt auf, dass die Vocal-Songs deutlich kürzer sind als die instrumentellen, bei denen Apocalyptica wieder alles aus den Holzinstrumenten herausholen und dabei hoffentlich auch ordentlich die wilde Mähen kreisen lassen.

Die Enttäuschung, die sich wahrscheinlich zu Anfang einstellt, weicht im Laufe des Albums immer mehr. Denn auch wenn der Gesang vielleicht Einiges der ursprünglichen Cover-Songs nimmt, sind diese gut arrangiert und bieten vor Allem nicht nur plump eingesetzte Worte sondern tolle Refrains und treibende Strophen, die mit den Cellos Hand in Hand gehen. So auch der harte Come Back Down, der wirklich cool ins Ohr geht. Die ruhig angesetzen Tracks sind schwer an der Kitsch-Grenze aber bekommen meistens im Refrain gerade noch die Kurve. Zum Ende hin darf dann der überlange Dead Man´s Eyes alles an Spielfreude, Emotionalität und Kreativität auf den Punkt bringen: Apocalyptica haben eine neue Ebene erreicht.

Mit Shadowmaker begibt sich die finnische Band zwar nicht gänzlich auf neues Territorium doch es fällt stark auf, dass viele Tracks so inszeniert sind, dass sie dem Gesang schmeicheln und ihm auch Raum lassen. Dennoch gibt es genug Tracks, die auch instrumental auskommen, wie zum Beispiel der düster-romantische Till Death Do Us Apart. Es ist immer mutig von einer alteingesessenen Band Neues auszuprobieren, wo doch der bisherige Standard gut funktioniert hat. Aber wieso nicht mal die alten Grenzen sprengen und den Fuß auf die nächste Stufe stellen? Apocalyptica haben mit ihrem neuen Album genau den Mittelweg gefunden die alten Erwartungen noch zu übertreffen und dennoch mit frischem Wind an den Start zu gehen. Besorgt euch das Teil und bildet euch eure eigene Meinung, aber ich finde das Album super und finde es klasse, dass die Jungs den Sprung wagen. Nur weniger an instrumentalen Tracks sollte es nicht geben, denn die Klassik-Rocker haben es nunmal echt drauf und sollten ihr Licht absolut nicht weiter untern den Gesangsscheffel stellen!

Anspieltipps:
Shadowmaker
Reign Of Fear
Come Back Down

Tracklist
01 I-III-V Seed Of Chaos
02 Cold Blood
03 Shadowmaker
04 Slow Burn
05 Reign Of Fear
06 Hole In My Soul
07 House Of Chains
08 Riot Lights
09 Come Back Down
10 Sea Song (You Waded Out)
11 Till Death Do Us Part
12 Dead Man´s Eyes

Veröffentlichung:17.04.2015
Stil: Cello Rock
Label: Harmaggedon
Website: www.apocalyptica.com
Facebook: www.facebook.com/Apocalyptica

Cover

16.04.2015 by HerInfernalMajesty

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