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Lacrimosa: "Sehnsucht"-Deutschlandtour

Als im Februar bekannt gegeben wurde, dass Lacrimosa am 04.09.09 im Wasserschloss Klaffenbach spielen würden, zählte ich die Tage bis dahin und dachte die gefühlte Ewigkeit würde nie vergehen. Mittlerweile liegen vier sehr schöne Lacrimosa Konzerte schon wieder hinter mir.
Ganze vier lange Jahre - gefühlte vierhundert - haben sich Lacrimosa bitten lassen, endlich wieder in Deutschland auf Tour zu gehen (die alljährigen Festivalauftritte zwischendurch trösten immerhin ein wenig und stillten die Gier vorübergehend). Dank dem Mobil Blog konnte man auf der offiziellen Band-Homepage ab Juli den Start der "Sehnsucht-Tour" in Südamerika über Asien und Osteuropa mit verfolgen, was meine Vorfreude merklich steigerte.

Klaffenbach, 04.09.09

Als die ersten Regentropfen pünktlich beim Parken fielen, verzichteten wir voller positiver Vorfreude darauf, unsere regenfeste Kleidung mitzunehmen (man will ja auch halbwegs schick aussehen, obwohl das stundenlange Glätten der Haare vollends umsonst gewesen sein sollte). Der Treffpunkt für das FCtreffen war am Merchstand vereinbart, der direkt im Eingangsbereich platziert war. Auf dem wirklich "langen" Weg dorthin, trafen wir auch schon auf die ersten Bekannten, und ehrlich - es war wie verhext - wir sind erst nach dem Konzert zum Merchstand erfolgreich vorgestoßen. Trotz des großen Durcheinanders (Freunde begrüßen, Backstagepässe organisieren, Bekannten den Weg erklären, genervt sein...) fanden uns, dem Banner sei Dank. die meisten FC-Mitglieder.
Hätte ich geahnt, welche Ausmaße mein Nebensatz zu Seelenmord, "Glückwunsch, Du hast das Meet and Greet gewonnen", annehmen würde, hätte ich die Sache wahrlich festlicher aufgezogen. Na ja nur soviel: Seelenmord war ein bisschen baff und die Minuten verstrichen, bis sie sich wieder sammeln konnte. Noch einmal: Herzlichen Glückwunsch!

Mittlerweile schiffte es sich ordentlich ein und nach der sehr angenehm empfundenen Hintergrundmusik von TIAMAT, begann Eisblume sich für Ihren Auftritt bereitzuhalten. Ich unternahm immer noch den Versuch die Leute etwas zu konzentrieren und auf diejenigen zu warten, die zur Lacrimosa Autogrammstunde waren. Die Zeit wurde knapp und so versuchten wir einen annehmbaren Platz in den vorderen Reihen zu finden. Diese wurden mit einer strikten Beharrlichkeit verteidigt. Danke an den jungen Herren aus Bochum, der uns in die dritte Reihe zerrte!
Kurz vor Beginn bahnte sich die nervige "Schirme schliessen"-Diskussion an und der Regen wurde weniger, um dann wieder stärker zu werden. Beim Erklingen des langersehnten Intro, war meinerseits um mich herum alles vergessen. Anne und die Musiker betraten die Bühne und "Die Sehnsucht in mir" eröffnete die Open Air Veranstaltung mit Lacrimosa und knapp 2000 treuen Gästen. Auf der Bühne war ein Bildschirm aufgebaut, auf welchem Tilo eingeblendet wurde, als er Backstage zu singen begann. Tilos Betreten der Bühne gegen Ende des Songs wurde vom Applaus gebührend begleitet und das Konzert nahm seinen Lauf. Bekannte und umjubelte Songs sowie neue Stücke wechselten sich sehr gelungen ab und die Stimmung im Publikum wuchs von Minute zu Minute. Unser Chor in den vorderen Reihen konnte sich hören lassen!


Photo by Martin Kurtzer
Mein guter Wollpulli war im Übrigen nun gänzlich durchweicht (die nächsten Tage war ich krank) und bei "lost my star in Krasnodar" war es so weit für den ersten großen Auftritt des FC Lichtgestalten. Die Sterne standen wahrlich günstig, denn der Regen hatte aufgehört ( für ca. 10 Minuten), so dass mein treuer Helfer Martin und ich das FC-Banner gut sichtbar über den Köpfen des Publikums erhoben. Es dauerte nur wenige Sekunden bis Tilo in unsere Ecke sah und man konnte seine Anstrengung erkennen, das Banner zu deuten. Wir wurden schließlich nach einigen mühsamen Blicken mit einem herzlichen Lächeln belohnt.
Anne gab neben "A Prayer for your heart" auch "Senses" und "Make it end" zu Besten und überraschte mich mit ihrer offenherzigen Art und der gesuchten Interaktion zum Publikum.
Bei "Lichtgestalt" meinte es der Wettergott abermals gnädig mit uns und schickte nur vereinzelte Tropfen, so dass wir unser Banner erneut gen Himmel hielten. Nach der Hälfte des Songs fielen uns die Arme fast ab, dennoch harrten wir tapfer aus und schafften es, Tilo für längere Zeit in unseren Bereich, rechts von der Bühne aus gesehen, zu locken.
Viel zu schnell gingen Lacrimosa das erste Mal von der Bühne und viel zu kurz verweilten sie erneut dort. Bei "Feuer" gab es in unseren Reihen kein Halten mehr und meine Stimme war für den Rest des Abends weg. Nachdenklich und äußerst gefühlsbetont beendeten Lacrimosa ihren Auftritt mit "A.u.S." und verabschiedeten sich mit Kusshänden. Es war wahrlich ein willkommener Auftakt zur Deutschlandtour!

Nach dem Konzert trafen wir die restlichen FC-Mitglieder und einige neu zu uns Gestoßene, diesmal wie vereinbart am Merchstand, und das lange Warten und Bangen begann. Versprochen war ein Treffen mit Tilo und Anne im Namen des FCs. Die Japo kehrte das Publikum wie gewohnt beizeiten heraus und ich stiefelte von einer Kontaktperson zur anderen und war auch nach einer halben Stunde nicht schlauer, aber dafür noch genervter ("Passierschein A38"). Ein paar FC-Mitglieder gaben schließlich auf. Die Kälte und der Regen machten das Warten nicht angenehmer. Letztlich wurde jedem Einlass in den Backstagebereich gewährt. Dort war es endlich warm und trocken und nach nochmaligen Warten betraten Anne und Tilo den Raum und standen für Autogramme, Fragen sowie Fotowünsche zur Verfügung. Der FC nutze die Gelegenheit sich das Banner signieren zu lassen und ein Foto mit seinen Mitgliedern und Tilo (Anne war verschwunden für den Rest des Abends...) zu schießen. Auch Seelenmord hatte sich wieder etwas gefangen und konnte ihr Meet and Greet genießen.
Der Tag war lang, meine Klamotten nass und meine letzte Tat bestand darin, Christiane zu überreden mit zum nächsten Lacrimosa Konzert nach Nürnberg zu kommen.


Photo by Martin Kurtzer

Nürnberg, 07.09.09

Dem Leitspruch unseres Fanclubs "Wohin Ihr auch geht, was immer Ihr tut, wir sind ein Teil von Euch" treue Folge zu leisten, bedeutete für Martin und mich eine Woche Engagement und harte Disziplin. Nach dem anstrengenden Wochenende in unserer Heimat rund um Chemnitz, holte mich Martin montags von der Arbeit ab und wir fuhren zur Lacrimosa-Autogrammstunde. Diese entwickelte sich, neben dem emsigen Flyer verteilen, schnell zu einer familiären Angelegenheit. Zwei Fans blieben mir besonders in Erinnerung: Einer, der direkt vor mir in der Reihe stand und sich ca. 15 - gefühlte 50 - Fotos signieren ließ und auf die Frage, was er denn damit anfangen wollte, keine rechte Antwort wusste sowie der Herr, der Tilo eine riesengroße Mercitafel als Dankeschön überreichte.
Martin und ich lernten zudem noch mit Lacrimosa das Innenleben des Saturns kennen und während Tilo und Anne Sushi zu Abend bestellten, verabschiedeten wir uns und machten uns auf den Weg zum Hirsch. Dort trafen wir gleich am Eingang auf Jörg, den Tourbegleiter (verwirrt mich immer noch, denn wir hatten uns doch erst vor wenigen Minuten verabschiedet. Sind sie denn in den Hirsch geflogen?) und erhielten unsere Backstagepässe. Der Hirsch war relativ gut gefüllt und zu meinem Entsetzen wusste Angie am Merch nichts von dem Auslegen unserer FC-Flyer *tsts* Diesmal hatten wir auch Zeit uns den Auftritt von Eisblume anzusehen. Ich weiß ehrlich nicht, warum es da im Vorfeld die unnötigsten Diskussionen und Appelle gab. Ist meiner Meinung nach eine talentierte Person.
Diesmal reihten wir uns in der zweiten Reihe links von der Bühne aus gesehen ein, was auch unser Stammplatz auf der restlichen Tour sein sollte. Christiane hatte neben ihrem Freund auch schon die ersten Fotos von Klaffenbach mitgebracht. Sehr löblich.
Als das Publikum beim Betreten Lacrimosas der Bühne nicht applaudierte, war ich ehrlich sehr verunsichert, wie sich der Abend noch entwickeln würde. Schnell kristallisierte sich heraus, dass die Anwesenden eher zu der ruhigeren Gattung gehörten und die Musik für sich auf ihre eigene Art aufnahmen. Der eher in sich gekehrte Abend, animierte zu intensiven Blickkontakt zu den Musikern und tat meinem Empfinden keinen Abbruch, obwohl auf "I lost my Star in Krasnodar" und "Koma" verzichtet wurde.
Im Backstage traf ich dann auf Matze, dem "Flyer-Verantwortlichen" und schaffte es schnell ihm ein schlechtes Gewissen zu bereiten, so dass das Flyer verteilen auf der restlichen Tour hervorragend klappte. Herzlichen Dank dafür! Auch Tilos Angebot etwas zu trinken, nahmen wir dankend an und nachdem wir die wartende Schlange der Fans sahen, machten wir uns auf den Weg nach Hause. Es war spät und der Wecker sollte 5.00 Uhr viel zu früh wieder klingeln.

München, 09.09.09

Zwei Tage später stand München auf dem Programm. Wir platzierten uns in einer wirklich sehr strategisch günstigen Ecke, denn die Leute machten von Anfang an gut Stimmung. Textsicher waren sie auch, nur bei der Tonlage gibt es noch Verbesserungen anzustreben. Der Bildschirm war immer noch nicht geputzt und erstrahlte im vollen Glanze unzähliger Fingerabdrücke. Den Songablauf kannten wir im Groben bereits, deswegen war die Freude als unverhofft "Durch Nacht und Flut" gespielt wurde, umso größer. Unser FC Banner kam natürlich auch wieder zum Einsatz und erheiterte nicht nur die Gemüter auf der Bühne. Äußerst gefühlvoll und magisch fand ich erneut "Koma". Sehr gelungen und den Klängen der Trompete könnte ich ewig lauschen. Die Band spielte wie gewohnt im harmonischem Einklang.
"A.u.S." entwickelte sich auf der Tour zum obligatorischen Rausschmeißer und stimmte wehmütig das Konzertende an. Viel länger hätte der Abend auch nicht gehen können, denn ich war ehrlich total kaputt und fertig. Also ab nach Hause und husch ins Bett. So langsam zehrt dieses ständige Unterwegs sein sehr an uns. Um so vorteilhafter, dass es bis zum nächsten Konzert in Deutschland vier Tage dauern würde. Etwas Erholung war uns gegönnt.


Photo by Martin Kurtzer

Ludwigsburg, 13.09.09

Von Klaffenbach beeindruckt, folgte meine Schwester Kat aus Dresden unserem Ruf und begleitete uns nach Ludwigsburg. In der gemütlichen Rofa erreichte bereits bei Eisblume die Raumtemperatur ein fast unerträgliches Ausmaß.
Schnell stellte sich heraus, dass die komplette erste Reihe bereits auch in Klaffenbach zu Gast gewesen war. Als während der Umbaupause die Setlisten ausgehangen wurden, konnte keiner widerstehen einen Blick darauf zu werfen. Als letztes Lied stand "Feuer", was in unserer Ecke für wahrlich große Empörung sorgte. Die Fans wussten sich zu helfen und enterten unbemerkt die Bühne, um mit einem schwarzen Filzer (Vorbereitung ist alles) "A.u.S." zu ergänzen.
Der geheime - allerdings äußerst zuverlässige - Alphornfunk meldete einen Tag zuvor, dass Tilo und Anne krank seien. Tilo gab zwar kein Vollgas auf der Bühne, die Erkältung merkte man ihm aber auch nicht an. Oh ja, und "Letzte Ausfahrt: Leben" wurde gespielt. Martin und ich waren etwas wehmütig, da es unser letztes Konzi auf der Tour sein sollte und demnach vergingen die Songs einfach viel zu schnell. Schrecklich, wenn man etwas unbedingt aufhalten will und es nicht verhindern kann.
Beeindruckt war ich von Tilos schneller Lernfähigkeit, denn er wusste gleich an wen er sich im Publikum bei "Lichtgestalt" zu wenden hatte. Sind wir ehrlich, der Song wurde nur für unseren FC gespielt. Spätestens bei "Stolzes Herz" wäre ich für eine halbstündige Pause sehr dankbar gewesen. Die Raumtemperatur lag nunmehr bei gefühlten hundert Grad und die Anstrengungen der letzten Tage steckten mir gehörig in den Knochen. Vor der ersten Zugabe rettete Anne noch ein scheinbar unbemerkt sich verlaufendes Plüschschaf von der Bühne und ja, nach "Feuer" folgte ohne Scherereien "A.u.S.". Die Tränchen wurden runtergeschluckt und versucht den Moment so lange wie möglich festzuhalten. Letzter Song, letztes Konzert, letztes Mal Backstage.
Zwei Backstagepässe hatten wir, zu viert waren wir. Drei Frauen, drei charmante Lächeln und keiner von uns musste im Regen (ja es regnete mal wieder) draußen warten. Ihr werdet es kaum glauben: Bastian Pastewka war auf der After Show Party anwesend und schoss Fotos (wir schwören alle, der Typ sah wirklich so aus). Kat und Meike machten zudem die Erfahrung in Zukunft lieber keinen Schinken am Buffet zu essen, da er in den Zähnen hängen bleibt :) Die gewünschten Autogramme wurden unsererseits in Auftrag gegeben und irgendwann war der Moment des Verabschiedens von Anne und Tilo da. Der Abschied dauerte von kurz und schmerzlos über lang und eindeutig schmerzvoll, gipfelte schließlich in bittersüß und am schmerzvollsten. Hinter uns liegen 1288 Kilometer und sehr glückliche Momente.
Vielen lieben herzlichen Dank an alle Beteiligten! Umso schöner, dass Glück etwas ist, an das man sich gerne erinnert. "Wohin Ihr auch geht, was immer Ihr tut, wir sind ein Teil von Euch!"

Franzi

Mehr zu Lacrimosa auf:
www.lichtgestalten-fanclub.de

22.09.2009 by Eisprinzessin

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