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Laibachkonzert am 10.12.2014: SPECTRE

Ein frohes Fest gewünscht, liebe Leute. Ich hatte ja die Ehre, bei Laibach in der KuFa/Krefeld auf der Gästeliste zu stehen. Natürlich hab ich den Konzertbericht direkt am nächsten Tag fertig, aber ich habe nach wie vor Megaprobs mit meinem PC. Da wird wichige Software erst im neuen Jahr geliefert. Somit schlage ich mich mit nem fast toten PC durch, derzeit läuft er grade halbwegs, so dass ich den Bericht nun im Folgenden hochlade. Sorry für die Verspätung... here it is:

Am Mittwoch, den 10.12.2014 war es wieder soweit, Laibach-Konzert, "Spectre-Tour" zum Zweiten.
Ich hatte diesmal das Privileg, auf der Gästeliste zu stehen,
hier nochmals vielen Dank an Otti, das möglich zu machen,
und Dank an Daniel Beiderwieden für die sehr schönen Fotos
und so konnte ich noch einen Freund mitnehmen.

Es war für ihn das erste "richtige" Laibachkonzert, und er war begeistert.
J.P. hatte Laibach vor ein paar Jahren mal gesehen, bzw. sehen wollen, ist aber nach ein paar Stücken verwirrt rausgegangen.
Letzten Mittwoch war dies anders, zumal er sich diesmal auch im Netz bissel schlau gemacht hatte, und ergo nicht unvorbereitet mitkam.

Das Konzert war, von einem Vaux Pas des VJ´s
(mehre Tracks ohne Video, aber dafür der VJ-Desktop mit Reglern...
wurde allgemein mit Belustigung aufgenommen,
dass der Bühnenbeamer kurze Zeit als Externer Monitor fungierte, lach)

Was hier wieder einmal für die Band spricht ist deren hochprofessioneller Umgang mit solchen Fehlern,
es wurde etwas mehr mit den Bühnenscheinwerfern gearbeitet,
ansonsten haben Milan Fras, Mina Spiler, Janez Gabric (Schlagzeug), Luka Jamnik (Synth´s) einfach weitergemacht.

Das Konzert war wieder in 2 Teile oder "Akte" gegliedert.

Erster Teil:

Als "erster" Part wurde ausnahmslos die Spectre interpretiert, nicht chronologisch die LP-Tracklist,
auch nicht komplett, sondern hier wurde thematisch gegliedert.

Gleich als Intro "Eurovision", in sehr düsterer Stimmung.
Und es wurden auch in Verbindung mit dem Video (da lief der Beamer noch, schmunzel),
die derzeitigen desaströsen Umstände in Europa nur zu bewusst.

Das zieht sich ja auch durch das gesamte Album, es werden immer unterschiedliche Facetten thematisiert,
häufig psycho-sozialer Natur. Wie immer werden Fragen gestellt, aber keine Antworten gegeben.

Bei "WALK WITH ME" wird das auch wieder mal nur zu deutlich:

...Stop hangin´ around, being useless dayin and dayout...

... come with me... walk with me...

Es wird aber absichtlich nicht gesagt, wohin die denn geht...
Mina setzt dieses Stück konsequent als Schauspiel-Politikerin um, mit entsprechender Gestik und Körperhaltung.
Bei anderen Konzerten trägt sie auch einen Business-Blazer und sieht das Publikum "von oben herab" an,
und hat auch keine Hemmungen, einzelne Besucher direkt sekundenlang zu fokussieren...

Die Stiefel im Video assoziieren SOFORT totalitäre militaristische Szenarien.
(Genau wegen solcher Subtilitäten sind Laibach seit über 30 Jahren bis heute vielen Menschen "faschistoid-suspekt")

Also marschierende Stiefel könnens ja irgendwie nicht sein, aber wohin geht denn nun der "walk" ???
DAS ist die Herausforderung an die Audienz, Ihre eigene Respons zu entwickeln...

Als "Whistleblowers" mit dem mitlerweile allseits bekannten beliebten Gepfeife beginnt,
geht die Stimmung auch wieder heller,
es wird fröhlich mitgesungen/-gepfiffen.
Trotz des nach wie vor äusserst ernsten thematischen Hintergrundes.

Die Audienz ist da allerdings an diesem Abend auch eher von der Sorte "Selbstdenkender aufgeklärter Vollbürger" einzuordnen.
Selbst mehrfach auf meine Ironsky-Uniform angesprochen, lernte ich wieder mal Personen kennen,
die trotz des ernsten Hintergrundes den die "Spectre" umreisst, den Humor nicht vergessen haben, und so wurde auch viel gelacht.

Insbesondere bei den 2 aufeinander folgenden IronSky-Tracks: B-Machina und das Main-Theme, das von Mina wieder in Vollendung gesungen wurde.
Einen besseren James-Bond-Titel könnte es nicht geben.
Auch das Video, ein Zusammenschnitt der Schlüsselszenen, ist ganz klassisch als O.S.T.-Video produziert.

Sehr erwähnenswert finde ich den 2-Teiler von Mina. Milan Fras verlies die Bühne, überlies Mina allein die Show.
"Eat Liver" und "Bossanova" wurden sehr kraftvoll und dynamisch interpretiert.
Als langjähriger Laibachfan hätte ich nicht gedacht, dass die Bühnenpräsenz von Milan Fras einen ebenbürtigen Part haben könnte, aber mit
Mina ergänzt sich die gesamte Performance sehr harmonisch, und Mina kann auch allein die Show rocken.


Zweiter Teil:

Das war dann die "Party", mit einem bunten Mix aus

"Germania" (Von der LP VOLK),"Raus - das Spiel ist aus", "Tanz mit Laibach", und " Warme Lederhaut" wurden gefeiert.
Fans des Minimal-Elekro mögen sich bestimmt noch an den Dark-Clubcharts-Hit von "The Normal" erinnern: " Warm Leatherette". Großartige Coverversion.

Es kam dann noch ein nachdenklich stimmender Track: Mr. Jones - Ballad of a thin man. Das Video ist auch von der Machart sehr empfehlenswert.

Ich erlaube mir hier mal, den Du-Röhre-Link zu posten:

https://www.youtube.com/watch?v=U-Lo_Okyyak


In der Zugabe wurde nochmal ein Track der "spectre", "Love on the beat" abgestampft,
mit herrlich gekonnt gekünsteltem Quieken/Lachen von Frau Spiler, köstlich.


Resumeé: Ein wirklich feines kleines Konzert, SO kann man Laibach eigtl. auch am besten "mitnehmen",
auf großen Festivals werden die Slowenen häufig einfach nur abgefeiert,
und oft mit dem üblichen besoffenen "ey-alda-echt-geil-wa?" kommentiert.

Das wird der Band natürlich nicht im Geringsten gerecht.

Genauso dumm, wie es in manchen (kultur-)politisch eher "Links-liberal-antifaschistisch" orientierten Veranstaltungsorten abgeht,
wo Besucher in Uniform wg. vermeintlich rechter/faschistoider Denke/Militarismus/Nazi-Affinität der Eintritt verweigert wird.

Gleichzeitig aber DIE Band auftreten lassen, die "damit angefangen" haben...

Ich verweise bei sowas immer auf das Video zu "Raus-Das Spiel ist aus"

(Legendär... Laibach in Pseydo-gepimpten SS-Uniformen mit Einkaufswagen in einer Shopping-Arcade... genial.)

Nur zu dumm, dass diese Idioten von Veranstaltern - anders kann ich die nicht bezeichnen - sich selber als totalitär, intolerant und somit
faschistoid geoutet haben bzw. immer wieder outen.

Ich kann hier nur vom Besuch der "Bürgerhaus Stollwerk in Köln" wärmstens abraten, dort ist genau dies mir und meinem NSK-Kollegen passiert.
Uns wurde tatsächlich der Zutritt in Iron-Sky-Uniform verweigert.
Mitlerweile kann ich darüber wieder schmunzeln, aber ich war wochenlang deswegen sehr verärgert.

Abschliessen möchte ich diesen Bericht mit einem schönen immer wieder zutreffenden Zitat von Ivan Nowak (ehem. aktives Laibachmitglied, heute Lightjokey):

" Wer uns als Faschisten zu erkennen/enttarnen glaubt, erkennt/enttarnt den Faschisten in sich selbst. "

Ich war nach dem Konzert in der KuFa in Krefeld aber wirklich guter Dinge, sich mal nicht mit Antifanten Polit-Kloppereien geliefert,
sondern einen feinen stressfreien Kultur-Abend gehabt zu haben. Ein schöner Ausgleich zum Bürgerhaus Stollwerk.
Ich kann nur hoffen, dass das Tourmanagement diese Location nie wieder bucht, zumal die PA dort auch nicht die beste ist, aber lassen wir das...


Dank also meinerseits nochmal an Alle, die ich getroffen habe, Otti, der das ermöglicht hat und Dani nochmals für die Fotos, natürlich als NSK-Citizen dank an "meine Parteikapelle": Laibach

Mi kujemo bodocnost, Armin !


26.12.2014 by Armin_Zerbe

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