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HIM: Tränen, Schweiß und Ville Valo

Ich habe mich hier ja schon das ein oder andere Mal als absoluter HIM-Fan zu erkennen gegeben. Allerdings auch als ein Kritiker und so fällt es mir oft besonders schwer meine Lieblinge zu bewerten, da ich grundsätzlich Angst habe enttäuscht zu werden. Hatte ich beim letzten Album Tears On Tape, hatte ich beim Interview mit Bassist Migé und auch bei diesem Konzert in Köln am 18. Oktober war die Panik wieder groß, nachdem wie Frontman Ville Valo sich in den letzten Musikvideos zu All Lips Go Blue, Tears On Tape und Into The Night gezeigt hatte: Dünn, ausgezehrt und mit dunklen Augenringen. Auch das Gerücht, dass der gute Mann nach erfolgreichem Entzug wieder mit dem Trinken angefangen haben soll, waren weitere Gründe vor dem Konzert etwas zu zittern. Nichts desto trotz waren wir recht früh am Start um uns bloß Plätze in der ersten Reihe zu sicher, so wie das eben Hardcore-Fans so machen.

So war es auch keine große Überraschung, dass sich bereits um zehn Uhr morgens die ersten meist weiblichen Fans vor dem Kölner E-Werk einfanden, um die finnische Band mal wieder live sehen zu können, waren sie doch einige Jahre von der Bildfläche verschwunden und die zwei Deutschland-Konzerte im April rasend schnell ausverkauft. Gegen Mittag füllte sich dann langsam der Vorplatz auf dem Gelände und pünktlich zum Einlass um 18 Uhr war es plötzlich richtig voll. Als sich dann die Türen öffneten, ging es erst so richtig ab. Freunde wurden zu Feinden wenn es um einen der Plätze in den vorderen Reihen geht. Hier muss ich ein großes Lob an die Security aussprechen, die zunächst einmal sicherstellten, dass niemand rannte und auch als sich die Ränge füllten, achteten sie akribisch darauf, dass sich niemand vordrängelt. Und auch um die armen Mädels, die schon vor Beginn zusammenbrachen, wurde sich liebevoll gekümmert und diese wurden nach einigen Minuten Auszeit auch wieder nach ganz vorne verfrachtet. Tolle Leistung, wirklich top!
Um kurz nach 20 Uhr ging es dann erst einmal mit der Vorband Caspian los, die einen Sound zum Besten gaben, der echt vom Hocker haut! Mit drei Gitarren, einem krassen Schlagzeug und einem wummernden Bass, unterlegt von diversen Samples wurde psychedelisch gerockt. Die Band selber schien voll und ganz in die Musik abzutauchen und so kreierten sie eine dreiviertel Stunde Magie und Sphäre, die unter die Haut ging. Der Applaus war zwar rege aber steigerte sich zum Maximum, als der Herr Sänger fragte "Are you excited to see HIm tonight?". Auch das charmante "Take care of yourselves!" war eine wunderbare Überleitung zur Hauptband, die dann eine halbe Stunde später eingeläutet wurde.


"Caspian"

Das Licht ging aus, das Gekreische wurde lauter und dann erschallte das Intro Unleash The Red durch die meterhohen Boxen. Plötzlich schnellten tausende von Knicklichtern in die Höhe, die das Streetteam der Love Metaller vorher verteilt hatte, und verwandelten das E-Werk in eine atmosphärische Wohlfühlzone, in der sich die Band labte, als sie nach und nach für All Lips Go Blue die Bühne betrat. Als Letztes ließ sich natürlich Valo blicken, dem, gerührt von dem Anblick, ein breites Grinsen auf das Gesicht gezaubert wurde. Und dem galt dann auch mein erster Aufatmer. Der Frontman (und auch teilweise Akustik-Gitarre-Spieler) sah fit und gut gelaunt aus und als die ersten Töne übers Mikro schallten war klar, der Sänger hat es immer noch drauf und ist in bestem Zustand. Es wurde also nicht lange gefackelt und die ersten Songs geschmettert, was das zeug hält. Es wurde sich auch nur mit kurzen Ansagen aufgehalten um so viele Songs wie möglich in die vorgegebene Zeit zu stecken. Und die konnten das HIM-Herz wirklich höher schlagen lassen. Es wurden viele erfolreiche Singles gespielt wie Wings Of A Butterfly oder Passion´s Killing Floor. Aber die wahren Highlight waren natürlich die Songs vom Erfolgsalbum Razorblade Romance. Bei Right Here In My Arms schnellten alle Hände zum Klatsch-Refrain in die Höhe und spätestens bei Join Me konnte auch der letzte Tenor ordentlich mitgrölen. Insgesamt konnten wir eine wirklich gute Mischung aus fast allen Alben genießen, auch wenn das vorletzte Album Screamworks: Love In Theory And Practice schmerzlich vermisst wurde. Und auch Deep Shadows And Brilliant Highlights aus dem Jahre 2001 wurde gänzlich ausgelassen, das tun die Finnen aber fast immer. Ein ganz besonders herzergreifendes Highlight gab es allerdings bei Tears On Tape. Als die ersten Töne erklangen, hielten so gut wie alle Fans ihre Tears On Tape-Zettel in die Höhe (noch einmal DANKE an das Streetteam) und überraschten damit sichtlich Sänger Valo, der regelrecht für einen kurzen Moment taumelte und dann ein dickes "Wow" ins Mikro hauchte. Auch die anderen Bandmitgliedern konnten es fast nicht glauben so viel Support zu bekommen. Das war echt der Hammer!

Auch die Klassiker Your Sweet Six Six Six und It´s All Tears von der ersten offiziellen Platte schlugen ein wie eine Granate und wurden von Wicked Game gekrönt. Alle Songs wurden wirklich wunderschön vom Licht unterstützt, es war generell recht hell und bunt auf der Bühne und während Into The Night noch unbeschwert die Feierlaune weiterführte wurde dann mit The Funeral Of Hearts mitten ins Herz gestoßen. Immer wieder jamte das Quintett vor den Songs und bewies, dass HIM nicht nur ihren Job machen, sondern auch noch ihren Spaß dabei haben! Dann sagte Ville noch, dass sie nun ihren letzten Song spielen werden, auch wenn die Improvisation vorher nicht ganz so gut klappte, aber dass sie zurückkommen würden, wenn das Publikum genug Krach machen wurde. Schlauer Schachzug! Denn nach dem atmosphärischen Ender, der fast nicht zu toppen war, grölte und jubelte die Menge, woraufhin sich Valo alleine blicken ließ (auch ein sehr seltener Moment) und meinte, er würde brennen aber die anderen wären noch nicht bereit. Daraufhin herrschte Ausnahmezustand in Köln, wonach sich die Musiker nicht mehr weigern konnten, noch einmal die Bretter, die die Welt bedeuten, zu betreten. Kurz darauf lobte Ville Valo das deutsche alkoholfreie Krombacher, zu dessen Flasche er in Maßen während des Gigs griff.

Eine wunderschöne Live-Version von When Love And Death Embrace wurde also zum Besten gegeben mit einem Ende, das sich gewaschen hatte. Während Gitarrist Linde, Keyboarder Burton, Bassist Migé und Drummer Gas sich bei den Fans bedankten und ihre Utensilien in die Menge schmissen, dröhnten die letzten Klänge durch die Boxen und vor Allem die Feedbacks von Gitarre und Bass machten der Technik leicht zu schaffen. Während also ein Techniker versuchte alle Boxen auszuschalten, wurde mit dem Outro Kiss The Void die Party beendet.

Puh, ich war nassgeschwitzt und heiser, meine Arme taten weh (und tun es jetzt immer noch) aber hell, yeah, war das ein geiles Konzert! Aber das darf man auch erwarten wenn nur Powersongs gespielt werden und die Balladen einfach mal komplett ausgeblendet werden. Das Publikum war auch sichtlich zufrieden, ein jeder verließ das E-Werk mit einem Lächeln oder scharte sich noch am Merchandise-Stand, der mit recht überteuerten Shirts und Gadgets eine Menge Umsatz machte.
So stelle ich mir Konzerte vor. Es wird gelacht, es wird geweint, es wird gefeiert und es wird die Liebe zu einer außergewöhnlichen Band zelebriert und geteilt. His Infernal Majesty haben es einfach geschafft ihre Fans zu bezaubern (auch ohne Zigaretten und Alkohol) und man darf sich jetzt schon auf die kommenden Konzerte freuen, denn das macht Laune!

Setlist HIM 18.10.2013
01 Unleash The Red (Intro)
02 All Lips Go Blue
03 Buried Alive By Love
04 Wings Of A Butterfly
05 Right Here In My Arms
06 Kiss Of Dawn
07 I Will Be The End Of You
08 Join Me
09 Your Sweet Six Six Six
10 Passion´s Killing Floor
11 Tears On Tape
12 Wicked Game
13 It´s All Tears
14 Soul On Fire
15 Into The Night
16 The Funeral Of Hearts

Zugabe:
17 When Love And Death Embrace
18 Kiss The Void (Outro)

Website: www.heartagram.com/
Facebook: https://www.facebook.com/theheartagram
Myspace: http://www.myspace.com/heartagram

21.10.2013 by HerInfernalMajesty

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