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Stefan M. Rother: Der Weg nach Altamura

"Im Jahre des Herrn 1293. Der ehemalige päpstliche Legat Wasmod von dem Knesebeck kehrt in ein Italien zurück, das in banger Erwartung dem verheißenen Engelspapst und dem Kaiser der Endzeit entgegensieht. Im Lager des Markgrafen von Sulmona, der mit dem Ehrengeleit des Magisters betraut ist, häufen sich beunruhigende Vorkommnisse. Unter mysteriösen Umständen trifft ein Besucher aus Deutschland ein. Ein finsterer Fluch, den der Magister gebannt glaubte, ist zu neuem Leben erwacht. Doch auf wen beziehen sich die Prophezeiungen? Und auf welcher Seite steht die undurchschaubare Botin Oda? Bald geraten nicht nur Wasmods geheime Pläne, sondern auch sein Leben in tödliche Gefahr."

Nachdem das letzte Buch das ich gelesen habe, ein Vampirroman einer deutschen Autorin, dermaßen unausgereift, schwach und farblos daher kam, daß ich noch nichtmal die Motivation aufbrachte, eine entsprechende vernichtende Rezension zu verfassen, war ich zunächst recht skeptisch, als mir der Zauberfeder-Verlag "Der Weg nach Altamura" vom ebenfalls deutschen Schriftsteller Stefan M. Rother zuschickte. Ich wollte mich nicht schon wieder voller Vorfreude in eine, auf den ersten Blick spannend anmaßende, Geschichte stürzen, um dann zum Schluß mit fadem Beigeschmack das Buch beiseite zu legen, und mich über die vergeudete Zeit zu ärgern.
Andererseits, es wäre unfair, Aufgrund eines Fehlschlages, vorurteilsbeladen sämtli he noch kommenden Werke, mir bis dahin unbekannter Autoren von vorne herein zu verurteilen. Schließlich kann ein Herr Rother nix dafür, daß ich vor wenigen Wochen einer schriftstellerischen Niete zum Opfer fiel. Aufgrund dieser Erkenntnis habe ich mich mit all meiner mir möglichen Neutralität "Der Weg nach Altamura" verinnerlicht, und von diesem Weg will ich nun auch berichten.

Die Story ist ja im oben zitierten Text schon grob umrissen, aber damit noch bei weitem nicht erfasst. Um eventuellen Lesern des Buches aber nichts vorweg zu nehmen, sei aber gesagt, daß dies tatsächlich nur ein kleiner Teil der doch recht komplexen Handlungsstränge ist, die Rother in seinem Bch miteinander verwebt und zu einer einheitlichen Story verwebt. Dabei gelingt es ihm, mehrere interessant gestaltete Charaktere teils parallel, teils miteinander, auf eine Reise zu schicken, die letztlich doch in einem einheitlichen mystischen Ziel enden soll.
Angesiedelt ist die Geschichte im historischen Italien unserer Welt, wobei der Autor es sich nicht nehmen lässt, viele mystizistische Elemente einzubinden, die dann doch schon eher in einer Fantasystory enden. Aber gerade diese Verwebung von trockener Geschichtslehre mit übernatürlichen Mustern macht das Fair von "Der Weg nach Altamura" aus. Und genauso begegnet man im Roman sowohl Orten und Personen, die laut unserem Geschichtswissen tatsächlich existiert haben, als auch fiktiven Gestalten. Und selbst hier nimmt er sich seine schriftstellerischen Freiräume, und wandelt die real existierenden Charaktere so, daß sie in sein Gesamtkonzept passen. Im Anhang des Buches befindet sich dann auch ein Glossar, in dem viele Namen, Begriffe und Städte sowohl in ihrem historischen, als auch in ihrem belletristischen Kontext, beschrieben und erklärt werden.
Erzählerisch beweist Rother ausserordentliche Fähigkeiten, er beschreibt sehr detailliert und doch nicht penetrant, sprachlich sehr gewand, so daß das Lesen an sich schon ein Genuss ist. Auch die parallelen Handlungsstränge entgleiten ihm an keiner Stelle, so daß der Lesefluss beständig bleibt. Aber es gibt auch Kritikpunkte.
Zum einen fehlt für einen angekündigten "Thriller" auf weiten Strecken des Buches eine fesselnde Spannung. Mehr als die Hälfte des Buches baut sich zwar die Story auf, aber mehr eben auch nicht. Erst sehr spät ereignen sich dann Geschehnisse, die ein gewisses Kribbeln hervorrufen und den Leser nach mehr schreien lassen, um dann aber relativ unspektakulär zuende geführt zu werden. Bei mir zumindest hat sich zum Schluss eher ein "Ich habs doch gewußt"-Gefühl eingestellt, als daß ich wirklich überwältigt gewesen wäre. Und erst als ich schon fast enttäuscht das Buch zur Seite legen wollte, ist mir dann aufgefallen, daß am Ende Fortsetzungen angekündigt werden, und "Der Weg nach Altamura" eigentlich nur ein Teil einer Chronik ist.
Ohne dieses Wissen hätte sich bei mir auch erneute Enttäuschung breitgemacht, da um Ende eigentlich noch kaum was aufgeklärt ist, sondern im Leser einfach noch viele Fragen offen bleiben. Fragen, die man gerne beantwortet hätte.

Als erster Teil der "Altamura-Chroniken" jedoch macht das Buch durchaus Sinn, und ist dann auch vollkommen lesenswert. Natürlich kann ich derzeit noch nicht sagen, ob die Fortsetzungen meinen Wissensdurst stillen werden, aber alleine die Tatsache, daß ich darauf hoffen darf, entschuldigt für das nicht ganz so packende Ende von "Der Weg nach Altamura". Und so kann ich dieses Buch ruhigen Gewissens jedem Fan von mittelalterlicher und/oder fantasygeladener Literatur durchaus empfehlen. Hoffen wir, daß die Fortsetzungen genauso gut geschrieben, und mit noch etwas mehr Spannung und Antworten gefüllt sind.

Erschienen: Dezember 2005
398 Seiten

Zauberfeder Verlag

Cover
Stefan M. Rother - Der Weg nach Altamura

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17.08.2006 by Otti

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