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Interview (Musik)Blättern: Vorheriger Artikel | Nächster Artikel

DarkDriveClinic: Erfolgreiche Entbindung

Jahrelang hat er als Produzent anderen Künstlern geholfen, ihre Alben zu perfektionieren und zu Erfolg zu bringen - Zu nennen wären hier so namhafte Acts wie Nine Inch Nails, HIM oder auch Depeche Mode. Auch als Musiker war John Fryer schon tätig, vor allem als Mitglied von This Mortal Coil. Was dabei jedoch zu kurz kam, waren seine eigenen Ideen, schon vor vielen Jahren reiften die ersten Songs, im Laude der Zeit sammelte sich zahlreiches Material, welches jedoch nie den Weg an die Öffentlichkeit fand. Bis jetzt. Mit Rebecca Coseboom hat er eine wundervolle Sängerin gefunden, gemeinsam haben sie das Projekt DarkDriveClinic gegründet und ein erstes Album namens Noise In My Head eingespielt. Im Interview erzählen uns die beiden mehr über diesen großen Schritt.

Otti:
Hey John, es dauerte eine Weile von den ersten Ideen die Du hattest bis zur finalen Zündung von DarkDriveClinic. Was war der endgültigen Grund für dich, unter diesem Namen nun aufzunehmen?

John:
Der Name war sowas wie das letzte Teil eines Puzzles. Die Musik existierte schon eine lange Zeit. Ich finde, es ist schwieriger, einen Namen für deine Musik zu finden als die Musik zu machen, wobei die Musik dann den Namen transzendiert und auch zum Leben erweckt. Als ich zum ersten Mal den Namen Limp Biskit hörte fand ich ihn furchtbar, aber die Musik sorgte dafür dass er funktioniert.
Es gab nie einen ultimativen Grund, viele Faktoren haben mich über die Jahre angespornt. This Mortal Coil war sicher ein Faktor, da ich hier Teile der Musik programmiert habe, aber ich habe oft beim Programming geholfen und viele Alben über eine lange Zeit gemacht, und manchmal war es frustrierend mein eigenes nicht fertigstellen zu können. Alles hat jedoch einen Grund und ich schätze es gibt einen guten Grund, warum ich bis nie in der Lage war, es fertigzustellen.


"Die Songs klingen wie ich will, dass sie klingen."

Otti:
Bie Bandbreite an Alben und Künstlern die du produziert und mit denen Du gearbeitet hast ist beeindruckend. Aber ist es nicht schwierig deinen eigenen Musikstil zu finden während Du mit den größten Acts da draußen zusammenarbeitest?

John:
Um ehrlich zu sein war es nicht besonders schwer, meinen eigenen Stil zu finden, dieser hat sich einfach ergeben. Er ist durch viele der Scheiben beeinflusst die ich selbst gemacht habe, gehört und auch durch den Einfluss, den ich auf sie hatte. Da kommt irgendwie alles zusammen, was ich mein ganzes Leben lang gehört und gemacht habe.

Otti:
Noise In My Head ist und fertig und wird bald veröffentlicht. Was fühlst Du für dein neues Baby und wie unterscheidet es sich von dem was du bisher gemacht hast?

John:
Nun wenn es ein Baby ist, dann war die Schwangerschaft weit länger als die eine Elefanten, so um die 25 Jahre in etwa.
Es ist ein vollkommen anderes Gefühl als bei allem, was ich bisher gemacht habe, da es etwas für mich und nicht für irgendwen anderes ist. Es ist so viel persönlicher. Ich habe sovielen Leuten geholfen ihre Alben zu machen, ich war sogar Mitglied bei This Mortal Coil, aber auch das war nicht so persönlich wie jetzt, es war ebenfalls Hilfe für wen anderes. Noise In My Head ist meine eigene Kreation. Die Songs klingen wie ich will, dass sie klingen. Es nimmt dich mit auf eine musikalische Reise die ich wünschte, vom ersten bis zum letzten Sound.

Otti:
Mit Rebecca hast Du eine wirklich beeindruckende Sängerin für DDC

John:
Also da waren wirklich mehrere Sachen.
1. Sie schien die Musik und die Arrangements zu verstehen. Auch wenn die Musik kompliziert wirkt, sie ist es eigentlich nicht. Die meisten Songs sind geradeheraus, wenn Du einmal unter die Noise-Oberfläche blickst.
2. Sie hatte die richtige Stimme für die Musik. Sie passt perfekt, sie ist weich, wenn es notwendig ist und kann aber auch Schärfe in ihre Stimme packen, wo es so sein sollte, und sie hatte keine Angst davor, Dinge zu ändern oder auszuprobieren die ich ihr vorgeschlagen hab. Das war eine große Hilfe für mich, da ich lange Zeit mit der Musik als Instrumentalstücke gelebt habe und nie wusste, wie die Gesangslinien sein würden. Sie hat einen fantastischen Job gemacht.

Otti:
Die Songs auf Noise In My Head klingen sehr durchdacht, was bei deiner Erfahrung nicht weiter verwundert. Aber welchen Einfluss hatte Rebecca auf die Musik? Wie lief die Zusammenarbeit?

John:
Ich könnte sagen, die Musik war fertig, als ich Rebecca fand, aber bei den abschließenden Gesangsaufnahmen und beim Mischen habe ich ein paar Teile der Musik geändert, damit es mit dem Gesang besser zusammenpasst und mehr Dynamik hinein kommt. Da ich immer Gesang zur Musik eingeplant hatte, wusste ich dass er weiblich sein und Popmelodien umfassen sollte, zumindest was ich als Pop sehe. Ich mochte die Idee von Noise in der Musik und süßen Vokals oben drauf, eingängige Refrains, Melodien die man mitsingen kann. Die Zusammenarbeit lief wirklich toll, sie saß in San Fran und sang, während ich in Oslo war und ihren Demos lauschte um Anweisungen zurück zu geben, wo es nötig war. Es lief gut.
Ich finde es besser, Sänger ihre eigenen Melodien und Texte zu lassen, da sie da mehr Seele hinein stecken. Abgesehen von zwei Songs tat sie mehr oder weniger was sie wollte. Es gab einen Song bei dem ich den Text und eine Art Melodie schon hatte, und bei einem anderen Song brauchte sie Hilfe, da hatte ich bessere Worte und eine bessere Melodie für den Chorus. Das einzige was ich immer mal machen musste, war sie zum Singen zu bringen, nicht soviel nachzudenken, sondern einfach drauf los zu singen und alles heraus zu lassen.

Rebecca:
Die Musik fürs Album war fertig bevor John und ich uns je getroffen hatte. Als wir begannen zu mailen, schickte er mir das Album "um einfach mal reinzuhören". Natürlich liebte ich es, also entschloss ich mich frühzeitig eine Demo zu erstellen. Ich nahm Mercury Head auf und schickte es ihm zu. Glücklicherweise mochte er es und die Zusammenarbeit begann.
Natürlich funktionierte es nicht immer so unmittelbar wie mit diesem Track - ein paar Songs durchliefen zahlreiche Arbeitsschritte. John erwartete von mir einen anderen Gesang, als die Leute mit denen ich zuvor jahrelang gearbeitet hatte. Man bat mich immer "mich zurück zu nehmen", "weniger zu singen" oder "nicht so gefühlvoll zu sein". John wollte genau das Gegenteil. Er sagte "SING einfach, verdammt nochmal" so oft, dass es zu einem Running Gag wurde. Ich habe so viel durch die Arbeit mit John gelernt. Es war zugleich ego-zerstörend und ermutigend. Ich meine, hier bin ich, arbeite mit DEM TYP der all die Musik produziert hat die ich hörte als ich aufwuchs. DER TYP der meine Idole produziert hat (und wahrscheinlich Verantwortlich für den Umstand ist, dass sie meine Idole wurden) und er erzählt mir dass er mit MIR arbeiten will... Und dass ich einfach nur singen soll, verdammt nochmal.

Otti:
Nachdem das erste Album veröffentlicht ist, gibt es Pläne für weitere Aktivitäten wie Konzerte oder sowas?

John:
Ich mag die Idee von "oder sowas", das wäre sicher was cooles.
Der Plan nach der VÖ des ersten Albums ist es Live Shows anzuschließen und ein zweites Album aufzunehmen. Wir müssen uns über die Logistik des Live-Dings Gedanken machen, da Rebecca wie Du weißt in San Francisco (USA) lebt, ich in Oslo (Norwegen) und mein Gitarrist Tom Berger wohnt in Deutschland.
Es wird also nicht leicht, aber wir werden es anpacken.

Rebecca:
Auf der Bühne zu singen ist eine meiner liebsten Sachen in dieser Welt. Wir hatten ein paar Schwierigkeiten damit, John ein Arbeits-Visum für die USA zu verschaffen, es sollte jedoch kein Problem darstellen mich nach Europa zu bringen. Schließlich mag uns Amerikaner doch jeder, oder? Eine richtige Tour streben wir für 2012 an.

www.darkdriveclinic.com

Art des Interviews: Email
25.10.2011 by Otti

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02.11.2011DarkDriveClinic: Noise In My Head(Rezension: Musik)

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