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Bonaparte: Von dirigierenden Pferden und betrunkenen Nonnen

Berlin, 16. April. Seit Wochen ist dieser Tag in meinem Kalender fett umkreist, denn am Abend steht ein Konzert von Bonaparte an, mein mittlerweile zweites. Einlass ist um 18.30 Uhr, ich komme allerdings geringfügig später an, was mich jedoch nicht daran hindert, einen recht guten Platz in der dritten Reihe zu ergattern.

Kurz nach 20 Uhr, alle haben sich bereits erhoben und stehen nun erwartungsvoll vor der Bühne, geht das Licht aus und ein seltsam anmutender Fanfarenzug bewegt sich durch die Halle.



Ich bin zu weit weg, um zu erkennen, worum es sich dabei handelt, ich gehe jedoch davon aus, dass dies wohl die Vorband sein muss. Als der Fanfarenzug, alle in Uniformen gekleidet, auf der Bühne ankommt, erkenne ich klar die Band selbst, doch was ist das? Dieser eine Typ dort sieht aus wie Bela B. von Die Ärzte und ist das da nicht Rod? Obgleich ich förmlich spüre, wie sich die Zahnräder in meinem Kopf drehen, verstehe ich gar nichts, bis drei Männer die Uniformen abstreifen und die Instrumente ergreifen. Was nun folgt, ist Unglaube beim Publikum, gefolgt von stürmischem Beifall und Jubelrufen, wie ich sie selten erlebt habe. Ja, das sind tatsächlich Die Ärzte, die zu meinen Lieblingsbands gehören, seit ich denken kann.



Das erste Lied erklingt, Himmelblau vom letzten Album Jazz ist anders, danach folgt der Schunder-Song, ein Klassiker. Als der Pogo losgeht, stehe ich immer noch in der dritten Reihe, ich werde hin und her geschubst, zerquetscht, getreten. Plötzlich fühle ich mich an die Fernsehberichte über die Love Parade 2010 erinnert, meine Begleitung habe ich bereits aus den Augen verloren. Nach dem vierten Lied geht es mir schon ziemlich mies, vor meinen Augen beginnt sich eine schwarze Wand aufzubauen, also mache ich das einzig Richtige. Ab in Richtung Rand, erstmal was trinken. Das ist zwar schade, tut dem Ganzen aber keinen Abbruch. Der Auftritt der besten Band der Welt ist dennoch einfach nur großartig. Dennoch, ausgerechnet jetzt, wo ich am Rand der Menge angekommen bin, spielen die Ärzte das Lied, das wohl jeder kennt und mitsingen kann, Schrei nach Liebe. Miserables Timing meinerseits, aber was soll‘s. Geschätzte fünf Lieder später ist der Auftritt der Vorband vorbei, um Zugabe wird gebeten, gewährt wird sie leider nicht. Was folgt ist eine kurze Pause, meine Begleitung habe ich wiedergefunden. Wir beschließen am Rand stehen zu bleiben, weil man von dort aus eine recht gute Sicht genießt. Der Plan wird allerdings schnell über Bord geworfen, als die Band beginnt, bewegen wir uns wieder langsam Richtung Mitte.
Geschrei ertönt. „Do you wanna party with Bonaparte?!“, schreit Frontmann und Kaiser Monsieur Bonaparte ins Mikrofon. Er hat den Satz nicht einmal annähernd beendet, ertönt bereits die Reaktion vom Publikum. Natürlich wollen wir mit Bonaparte feiern, wer würde das nicht wollen? Nach dem Aufhänger folgen Tu me molas, Wrygdwylife und Anti Anti, bei denen es bereits richtig abgeht. Das mag ich so an Bonaparte Konzerten, von 0 auf 100 innerhalb eines Wimpernschlags. Jetzt wird es also wieder richtig anstrengend, meine Klamotten sind bereits klatschnass geschwitzt. Kein Wunder. Wer bei einem Konzert der Berliner Truppe nicht schwitzt, macht was falsch, so viel ist sicher. Die folgenden zwei Stunden verbringe ich springend, singend, aufnehmend und fotografierend, Multitasking ist eine Fähigkeit, die mir hier zugute kommt.



Sie spielen beinahe alle Songs, lediglich ein oder zwei sind nicht mit dabei. Es wird viel gepogt, die Bonapart’sche Musik eignet sich dazu nämlich ausgezeichnet, ganz besonders gilt das z.B. für Who took the pill, bei dem das Publikum voll aufdreht und es mir vorkommt, als hätte jeder hier im Raum eben diese Pille genommen. Direkt danach kommt Too much, der absolute Publikumsliebling, bei dem wiederum mitgesungen wird, bis die Stimme den metaphorischen Bach hinuntergeht und nur noch ein Röcheln aus der eigenen Kehle zu vernehmen ist. Das vorletzte Lied, Gigolo Vagabundo, eines meiner absoluten Lieblingslieder, reißt die einheitlich springende Masse wiederum in der Mitte auf und lässt einen Pit entstehen, in dem wild getanzt und gepogt wird. Danach folgt noch Bienvenido, das letzte Lied des Abends. Es wird noch ein letztes Mal getanzt und zumindest bei mir macht sich bereits das Gefühl breit, die Zeit gern zurückdrehen zu wollen. Zu Unrecht, wie ich noch feststellen werde. Zwar ist das Konzert zu Ende, doch das bedeutet nicht, dass es nichts mehr zu sehen gibt. Am Merchandise-Stand kaufe ich mir eine Wolf-Stagemask, die wollte ich schon lange haben. Ein wenig später sind dann Teile der Band da, um Autogrammwünsche zu erfüllen. Ich gebe es zu, ich gehöre selbst auch zu den Autogrammjägern. So bekomme ich nicht nur einige Autogramme von der Band, sondern auch eins von Die Ärzte-Schlagzeuger Bela B.




Wenn ich den Abend mit einem einzigen Wort beschreiben müsste, wäre es wohl „legendär“. Das war praktisch der schönste Abend meines Lebens! Die Ärzte und Bonaparte, Pogo, Singen, Kostümierungen, Seifenblasen, Croissants, Fahrräder, und so weiter und so fort. Das alles machte diesen Abend zu einem ganz besonderen.

17.04.2011 by DrunkenGypsy

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