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Rezension (Literatur)Blättern: Vorheriger Artikel | Nächster Artikel

Susan Mallery: Wer zuerst kommt, küsst zuerst

Lexi Titan hat ein Problem: Ein anonymer Investor hatte ihr 2 Millionen Dollar zum Ausbau ihres Wellnesstempels geliehen, doch nun fordert er den Gesamtbetrag binnen drei Wochen zurück. Dummerweise hat sie das Geld gerade nicht flüssig, und ihren Vater Jed zu fragen, der ein reicher, eiskalter Geschäftsmann ist, würde bedeuten, ihr Versagen einzugestehen. In dieser Situation taucht dann auch noch Cruz wieder in ihrem Leben auf, der Mann der ihr vor Jahren die Unschuld geraubt und sie dann fallen gelassen hat... Verzweifelt lässt sie sich dennoch auf einen Deal mit ihm ein: Er gibt ihr das Geld, wenn sie für ein halbes Jahr seine Verlobte spielt und ihn in die High Society einführt. Ein gefährliches Spiel beginnt.

Wer zuerst kommt, küsst zuerst ist der erste Band der vier Teile umfassenden "Kuss"-Reihe aus der Feder der US-Bestseller-Autorin Susan Mallery, wobei jeder Roman in sich eine eigene Geschichte darstellt, die aber Charaktere aus den anderen Büchern aufgreift. Im Gesamten geht es um die Mitglieder der Titan-Familie, einer stinkreichen Sippe, welche in der Nähe von Dallas haust. Lexi ist die älteste von drei Schwestern, die alle auf ihre ganz eigene Art und Weise nach dem Glück suchen.

Dass ich euch ausgerechnet einen "klassischen Frauenroman" vorstelle, mag viele Stammleser überraschen, aber wer mich kennt weiß, dass ich meinen Horizont gerne erweitere und auch mal über den Tellerrand schaue. Dieser Roman bot hierzu eine passende Gelegenheit, und tatsächlich gefällt mir das, was Susan Mallery hier niedergeschrieben hat, über weite Strecken sehr gut.
Okay, ein paar Kritikpunke gibt es sicherlich: So fehlt es mir im Laufe der Geschichte ein wenig an wirklich mitreißenden Wendepunkten. Zwar gibt es hier und da Momente, in denen Überraschendes geschieht, doch erst gegen Ende des Romans zieht die Dramatik etwas an, um dann aber auch ziemlich schnell wieder abzuebben. Zudem hat die Autorin den Hang dazu, Dinge zu wiederholen, was gelegentlich etwas unlogisch wirkt. So erzählt Lexi ihrer besten Freundin Dana gleich zweimal kurz hintereinander von ihrem Dilemma, was aber von dieser auch beim zweiten Mal wie eine Neuigkeit aufgenommen wird.

Dem gegenüber steht jedoch der äußerst kurzweilige, authentische und nachvollziehbare Stil der Autorin. Susan Mallery schafft es, Gefühle und Gedankengänge ihrer Charaktere fast immer greifbar zu halten, bietet dabei gelegentlich auch psychologischen Tiefgang und Einblicke in eine Gesellschaftsebene, die unsereins unwirklich erscheinen mag, aber so dennoch existiert. Die Welt der Reichen und Schönen wird oft überzogen dargestellt, in Wer zuerst kommt, küsst zuerst wirkt sie aber realistisch und hat nur äußerst selten das Flair einer Seifenoper. Meist wirkt die Story schlüssig - Wenn auch natürlich eine gehörige romantische Note das ganze Werk umschmeichelt.

Die Handlung bringt dabei Lexis Schwester Izzy an einer Stelle selbst auf den Punkt: "Ein unmoralisches Angebot trifft Dallas". Das mag nun nicht jedermanns Geschmack sein und wirkt auch auf den ersten Blick nicht sonderlich innovativ, bietet aber eine gelungene Grundlage und Hintergrundgeschichte, in der sich die Charaktere vollends entfalten können. Größte Kunst beweist die Autorin aber darin, Fragen aufzuwerfen. Am Ende von Wer zuerst kommt, küsst zuerst ist die Kernstory abgeschlossen, dennoch gibt es zahlreiche Handlungsstränge, deren Ende so offen gehalten ist, dass man voller Neugier auf deren Ausgang blickt. So wird der Leser eingeladen, die weiteren Bände aus der Reihe zu lesen, ohne dass er dazu gezwungen scheint - Das ist nicht nur handwerklich hervorragend!

Tatsächlich habe ich diesen Roman innerhalb von einer Woche "verschlungen", das heißt ich habe ihn immer wieder gerne zur Hand genommen und darin weitegelesen. Wenn man bedenkt, dass ich nun eigentlich nicht unbedingt zur Hauptzielgruppe dieser Art von Literatur gehöre, dürfte das für sich sprechen. Wer zuerst kommt, küsst zuerst birgt zwar kleinere Mängel, insgesamt aber handelt es sich um ein gelungenes, unterhaltsames Stück Prosa, das auch "Mann" sich ruhig mal zu Gemüte führen darf. Gefühle tun nicht zwangsweise weh. ;)

Veröffentlicht: November 2010
Verlag: Mira Taschenbuch
Umfang: 368 Seiten
Preis: 8,95 Euro (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-89941-792-0

Cover

25.02.2011 by Otti

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