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Woodstage 2007

Über zwei Wochen ist es schon wieder her, dass das Woodstage Open Air in Glauchau/ Sachsen stattfand. Die darauffolgenden Tage waren für mich ebenfalls sehr spektakulär. Gleich am Montag darauf ging es Richtung Garmisch- Partenkirchen um in den Alpen Berge und Klettersteige zu bezwingen. Leider wollte es am zweiten Tag mit regnen nicht mehr aufhören und der Urlaub musste abgebrochen werden. Deswegen hatte ich Zeit den dritten öffentlichen Auftritt von einem sehr guten Freund mit "Pseudo" beizuwohnen und zu einem Hardcore-Konzi zu gehen, bei dem „down to nothing" die Hauptband stellten. Letztere Musikveranstaltung stimmte mich auf das With Full Force Festival ein, welches am vergangenen Wochenende in der Nähe von Leipzig in die vierzehnte Runde ging und mich positiv überraschte, so dass u.a. mehrere Band meine Sympathie gewinnen konnten.

Aber zurück zum Woodstage. Für den 16. und 17.06.07 legten sich die Veranstalter richtig ins Zeug, um ein perfektes abwechslungsreiches Line Up auf die Beine zu stellen. Leider war der Gesamtticketpreis nicht ohne, so dass ich mich entschied nur einen Tag- dem Sonntag- vor Ort zu sein. Demnach verpasste ich u.a. den Auftritt von Welle: Erdball, Blutengel, Paradise Lost, And One und Type O Negative. Der Sonntag zeichnete sich in meinen Augen durch ein noch vielversprechenderes Programm aus: Project Pitchfork, Lacrimosa und Marilyn Manson gaben sich die Ehre, deswegen machte ich mich mit meinen Freund gegen Mittag auf und als gerade „Jesus on extasy" spielten kamen wir auf dem Festivalgelände an. Wie verabredet trafen wir uns mit Toni und Martina und machten es uns bald auf der angrenzenden Wiese im romantischen Gründelpark bequem bzw. klapperten die zahlreichen Musik/ Klamotten/ und Accessoirestände ab. Demnach nahmen wir "Fiddlers Green" und die „Krupps" nur akustisch aus der Ferne wahr.

Gegen 17.45 Uhr ergatterten wir die besten Plätze vor der Bühne, um den Auftritt von Project Pitchfork zu verfolgen. Peter Spilles war bester Laune und harmonierte mit seiner Band. Gleich als dritter Song wurde "Timekiller" gespielt und das Publikum belohnte dies mit rhythmischen Tanzen und Klatschen. Die Stimmung wurde von Minute zu Minute besser und man begann sich Stück für Stück in ein Art Trance zu bewegen. Ein etwas unangenehmes Erlebnis bleib mir noch in Erinnerung: ca. fünf Reihen hinter uns hatte ein männliches Wesen große Freude seine Vor- und Hintermänner/frauen mit provozierendem Getanze und Gespringe zu verärgern. Da er auch nach mehrmaligen Bitten Rücksicht auf Andere zu nehmen nicht reagierte, drohte eine gewalttätige Eskalation. Für mich eine völlig neuwertige Erfahrung auf Veranstaltungen der Schwarzen Szene. Auch wenn es mich nicht unmittelbar betraf, lenkte mich das ständige v.a. verbale und gestikulierende Hin und Her stark ab und ich war froh als die Klügeren dann letztlich nachgaben und sich einen ruhigen Platz zum Tanzen und Zusehen zu suchen begannen.


Lacrimosa (Foto by Toni Meier)

Projekt Pitchfork (Foto by Toni Meier)

Vorletzte Band des Abends war Lacrimosa, wie immer mein persönliches Highlight. Das allererste erlebte Konzert liegt mittlerweile über zehn Jahre zurück und seit 2004 schaffte ich es mindestens einmal im Jahr deren unglaubliche Liveperformance beizuwohnen. Na ja Festivalauftritte neigen ja bekanntlich dazu viel zu kurz zu sein, aber wenn keine geplante Tour ansteht, reichen sie allemal um den Sehen- und Hörensdrang kurzzeitig zu befriedigen und wieder Lust auf mehr zu bekommen. Beim wohlbekannten Intro lief mir ein Schauer über den Rücken und meine Begeisterung war nicht mehr zu halten. Wie sollte es anders sein, Lacrimosa spielten v.a. ihre Singles und "Hits" und so folgte dem Intro "der Schakal" und "ich bin der brennende Komet". Das Bühnenbild war schlicht gehalten- nur mit einem Banner zu den anstehenden Neuveröffentlichungen der DVD und LiveCD "Lichtjahre".

Die Freude vor Publikum nach mehrmonatiger Auftrittspause zu spielen war bei allen Bandmitgliedern kaum zu übersehen, besonders Tilo strahlte über das ganze Gesicht und meinte sinngemäß: unsere Welttournee endete in Shanghai, danach war lange Pause und es tut sehr gut wieder in Deutschland zu spielen. Mittlerweile hab ich mir auch die am 29.06.07 veröffentlichte DVD angesehen, auf der in einem dreistündigen Material sehr gelungene Einblicke in die Welttournee gewährt werden. Kennt man die DVD, erhalten Tilos Worte für mich eine faszinierende und ganz besondere Bedeutung. Nach 90 Minuten beendeten Lacrimosa ihr Konzert mit "Lichtgestalt" und nahmen die zwei auf die Bühne geworfenen Rosen sichtlich gerührt mit nach Hause.

Marilyn Manson wäre nun mal nicht Marilyn Manson wenn er nicht immer für Überraschungen bei seinen Shows sorgen würde. Während der Umbaupause fiel ein Vorhang, der die komplette Bühne verdeckte und in den Massen begann nach und nach das Gerangel um die besten Plätze. Wir konnten unsere in den vorderen Reihen verteidigen und waren erstaunt, dass das Konzert pünktlich begann. Nach viel Nebel, einen eher gewöhnungsbedürftigen Intro, fiel zu „If i was your vampire" der Vorhang und zahlreiche brennende Kerzen kamen zum Vorschein und verwandelten die Atmosphäre in eine eher romantisch- melancholische Stimmung. Die Neuveröffentlichung eat me, drink me gefällt mir persönlich überaus gut, da ich mit dem Vorgängeralbum so meine Berührungsbeschwerden hatte.


Marilyn Manson (Foto by Toni Meier)

Hätte ich Manson nicht schon mehrfach live erlebt, wären mir die gravierenden Veränderungen seiner Präsentation vielleicht gar nicht aufgefallen, dennoch muss ich mir eingestehen, dass ich ehrlich überrascht war. Der sonst so extrovertierte und sich um nichts scherende, spontane Manson schien an diesem Abend bester Laune, war zugleich zurückhaltend und stellte sich beinahe schüchtern zur Schau. Das tat der Show keinen Abbruch, im Gegenteil! Wie gewohnt wurde bei fast jedem Lied das Outfit geändert, Leinwände kamen zum Einsatz, die Interaktion mit den anderen Bandmitgliedern harmonierte und die verträumte Atmosphäre wurde auch nach älteren schnelleren Songs rasch wieder hergestellt. Beim bekannten Rausschmeißer „the beautiful people" wurde es plötzlich mitten im Juni Winter. Aus mehreren Kanonen kamen unendlich viele weiße Papierschnipsel auf und vor die Bühne geflogen, so dass man für mehrere Minuten nichts mehr sah und bis zu den Knöchel „im Schnee" verschwand. Ein wirklich unvergessliches Erlebnis. Leider fällt es sehr schwer die gefühlten Emotionen in Worte zu fassen und die erlebten Augenblicke verbal so einzufangen, dass auch die, die an dem Abend nicht dabei sein konnten, einen guten Einblick erhalten. Eine bewegende Stimmung zeichnet sich nun mal dadurch aus, dass alle Anwesenden diese fühlen und nicht dass man sie minutiös wieder zu geben versucht. Manchmal reichen eben Worte nicht aus, um Erlebtes angemessen ausdrücken zu können.

Resümierend kann ich für mich sagen: das Festival war gelungen, keine langen Umbaupausen oder technische Pannen, perfekt in Szene gesetzte Auftritte mehrere hochkarätiger Bands und einzigartig geschaffene Gefühlsgewitter der darbietenden Künstler. Kurz: ein perfekter Tag, der mir auch im Nachhinein für lange Zeit kraftspendende Momente bescheren wird und es jedem weiteren Festival schwer macht, die zahlreichen unvergesslichen Erlebnisse zu übertreffen.
Friede, Liebe, Mitgefühl
Eure Eisprinzessin

17.06.2007 by Eisprinzessin

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