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Machinarium

In alle Einzelteile zerlegt, und auf einem Schrottplatz achtlos weggeworfen, so findet sich der kleine Roboter Josef wieder. Ein grausames Schicksal scheint es, aber was ein echter Blechschädel ist, der lässt sich nicht einfach entsorgen. Gewitzt setzt sich der kleine Kerl wieder zusammen und macht sich auf den Rückweg in seine Heimatstadt. Dort jedoch steht er vor neuen Problemen: Er erfährt von einer terroristischen Verschwörung, findet heraus, daß seine Freundin gefangen gehalten wird, und muss zudem selbst den Schergen einer fiesen Roboterbruderschaft entkommen. Kannst Du ihm helfen, das Unheil abzuwenden?

Machinarium erzählt in klassischer Point-And-Klick-Manier die Story des kleinen Robots Josef in seiner Maschinenwelt. Wie es sich für das Genre gehört interagiert man mit der Umgebung, löst knackige Rätsel und erfährt im Laufe der Zeit immer mehr über die Hintergründe der Geschichte.
Eine zauberhafte Welt, Retrocharme und fordernde Denksportaufgaben machen dieses Spiel mit Sicherheit zu einem Geheimtipp unter den Adventure-Fans. Allerdings sei gleich gewarnt: So süß die Rahmenhandlung auch inszeniert ist, so schwierig ist auch die Lösung der Aufgaben. Machinarium richtet sich nicht unbedingt an Genre-Einsteiger.


Von den Machern von The Whispered World

Bildschirm für Bildschirm erkundet Josef seine Umgebung, und findet dabei Gegenstände die er miteinander benutzen muss, um so die ihm vor die Nase gesetzten Probleme zu meistern. Dabei wurde die Steuerung recht puristisch ausgelegt, es gibt zum Beispiel keine Hotspot-Anzeige, welche dem Spieler Interaktionspunkte auf Knopfdruck anzeigt. Diese - bei anderen Adventures mittlerweile gängige - Hilfe würde allerdings auch einen Großteil des Spielspaßes rauben, denn Machinarium lebt von der Herausforderung, die wenigen Interaktionsmöglichkeiten in der Umgebung zu entdecken und richtig anzuwenden.
Auch vertonte oder schriftliche Dialoge sucht man vergebens. Unser Roboter kommuniziert mit den anderen Maschinenwesen seiner Welt über Denkblasen, in denen Bilder beschreiben, was der einzelne Akteur gerade von Josef möchte und umgekehrt. Was sich zunächst seltsam anhören mag, ist allerdings ein witziges und passendes Element zur Unterstützung des eigenwilligen und doch liebevoll gestalteten Spieldesigns. Unterstützt wird das mechanische Flair durch simple, passende Sounds und eine eher untermalende Musik.

Um die teilweise recht versteckten Gegenstände und Interaktionspunkte erreichen zu können, sollte man um Josefs Beschaffenheit wissen, er ist nämlich ein im wahrsten Sinne des Wortes flexibler Roboter. Das heisst, er kann seinen Körper strecken oder auch zusammenstauchen, um schwer erreichbare Punkte zu erreichen. Gegenstände die er mitnimmt verbirgt er einfach in seinem hohlen Leib: Kopf nach hinten klappen, Item weggepackt, Kopf wieder geraderücken.
So gesammelte Dinge finden sich dann im Inventar wieder, welches übersichtlich am oberen Bildschirmrand erscheint, sobald man mit der Maus darüber fährt. Da Josef nicht mehr benötigte Sachen in der Regel kreativ entsorgt, bleibt dieser Bereich schön übersichtlich, wodurch man meist recht logisch nachvollziehen kann was man wofür brauchen könnte... Ganz ohne Text und Beschreibung. Lediglich ein Item (Ein Fliegenfänger-Band) hat uns beim Test etwas genervt, da die Grafik hierzu nicht wirklich ersichtlich machte, was das verdammte Teil denn nun überhaupt darstellen soll.


Kommunikation auf Robotisch

Insgesamt aber sind Grafik und Steuerung erfreulich übersichtlich, und doch zeichnen sich die Hintergründe und Figuren durch Detailverliebtheit und spaßige Ideen aus, wodurch es in jedem Bildschirm bei genauerem Betrachten allerlei zu entdecken gibt. Programmiert ist das Spiel in Flash, was zwar keine großartigen 3D-Effekte oder ähnliches zulässt, aber dafür sorgt, daß Machinarium auch auf älteren Rechnern problemlos laufen sollte. Gepaart mit dem bewusst gesetzten Retro-Look des Spiels stellt dies einen optimalen Kompromiss zwischen Grafik und Technik dar.
Besonders putzig ist es derweil, dem kleinen Roboter zuzuschauen. Wenn er zum Beispiel energisch den Kopf schüttelt weil er eine Aktion nicht durchführen kann, ungeduldig mit dem Fuß aufstampft wenn wir ihn mal ne Weile nicht beachten und dann in Tagträumerei verfällt, ist das einfach nur zu knuffig. Gerade solche Animationen und Spielereien versüßen das Flair von Machinarium zusätzlich.

Kernstück bei diesem Adventure sind allerdings die zahlreichen Minispiele, mit denen man wahrlich überhäuft wird. Diese sind Fluch und Segen zugleich - Wer mit Schalterrätseln, Knobelaufgaben und ähnlichem nichts anfangen kann, sollte dieses Spiel so zwingend vermeiden wie Mister Bin Laden jede U.S.-Militärbasis.
Nahezu in jedem Raum gibt es irgendwo ein oder mehrere solcher Rätsel zu lösen, deren Schwierigkeitsgrad im Schnitt auf sehr hohem Niveau liegt. Zwar gibt es auch solche einfachen Aufgaben wie "Zeichne ein Pentagramm nach" oder eine Party Space Invaders (macht immer wieder Laune!), das Gros besteht aber aus richtigen Tüftelaufgaben, an denen man selbst als geübter Rätselknacker oft lange zu tüfteln hat. Es gibt auch keine Möglichkeit diese Spiele zu umgehen, selten Lösungshilfen und ohne Lösung ist hier kein Vorankommen in der Geschichte möglich. Für den durchschnittlichen Spieler bedeutet das zudem, daß man eine recht hohe Frusttoleranz und viel Geduld mitbringen sollte, um nicht an den Herausforderungen von Machinarium zu verzweifeln.


"Die Robot-Gewerkschaft meldet: Immernoch werden viele Genossen als Putzsklaven missbraucht!"

Damit der Spieler aber nicht ganz im Regen steht haben ihm die Entwickler zwei Lösungshilfen zur Seite gestellt:
1. In jedem Raum gibt es einen simplen Tipp, welcher über eine Schaltfläche aufrufbar ist. Dieser zeigt dann in einer Denkblase von Josef, was in etwa das Ziel in dieser Sequenz ist. Eine nette Idee und oft hilfreich, auch wenn man die meisten dieser Lösungsansätze auch selbst recht schnell erkennt.
2. Zudem verfügt das Spiel über ein integriertes Lösungsbuch. Hierzu klickt man auf das Buchsymbol oben rechts im Bildschirm, und muss dann zunächst ein simples Minispiel absolvieren, bei dem man im Arcade-Stil einen Schlüssel durch ein Labyrinth fliegt und Spinnen abschiessen sowie Wänden ausweichen muss. Hat man dies geschafft, erscheint die Lösung für das jeweilige Kapitel in Form eines Comicstrips, welcher in etwa die Reihenfolge der zu bewältigenden Aufgaben aufzeigt - Nicht jedoch die Lösung für die Minispiele und Schalterrätsel.
Letztere Idee ist an sich recht witzig, allerdings wird gerade das vorgesetzte Spielchen irgendwann eher lästig. Besonders kommt dies zum Tragen, wenn man die Lösung aufruft, um nur den nächsten Schritt nachzuschauen, aber sich nicht die Komplettlösung merken will. Schliesst man danach das Lösungsbuch und kommt wieder nicht weiter, ist das Minispiel erneut zu bewältigen... Nicht fordernd, aber zeitaufwändig und eintönig. Zudem wird man so verlockt, sich doch gleich die vollständige Lösung des jeweiligen Raumes anzuschauen, um weitere Spinnenlabyrinthe zu vermeiden.

Tops Flops
+ Bezauberndes Ambiente
+ Fehlerfreie Umsetzung
+ Süße Story
+ Simples, aber spaßiges Grundprinzip
+ Herausfordernde Rätsel
+ Josef rockt!
- Keine Entscheidungsfreiheit
- Rätsel oft fast zu knackig
- Integriertes Lösungsbuch unausgereift
- Langweiliges Ende

Fazit

Insgesamt ist den Machern mit Machinarium ein glanzvolles Adventure-Kleinod gelungen. Josef, seine Freund und die gesamte Welt drumherum sind so liebevoll animiert, daß selbst hartgesottene Action-Gamer hier in Verzückung geraten dürften, die kleinen Blechbüchsen sind einfach zu liebenswert. Auch die "sprachlose" Umsetzung und die simplifizierte Bedienung machen das Spiel zu einem Genuß. Um wirklich Spaß bei Machinarium zu haben sollte man aber Erfahrung im Lösen von Rätseln haben, Einsteiger dürften hier oft an ihre Grenzen stoßen - Allerdings eignet sich das Spiel so auch als Nebenbeschäftigung an der man unter Umständen einige Wochen oder Monate rumtüfteln kann.
Was uns allerdings gefehlt hat war eine gescheite Endsequenz, der Abschied von Josef und co war dann doch all zu plötzlich und platt.

Erschienen: 27.10.2009
Publisher: Daedelic Entertainment
Entwickler: Amanita Design
Typ: Adventure
Multiplayer: Ihr dürft euch gerne mit mehreren gemeinsam an die Rätsel setzen ;)
USK: Ab 0 Jahre
Offizielle Website: www.machinarium.de

12.12.2009 by Otti

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