Willkommen bei Nightshade
Wähle: Onlineshop | Magazin
Name: Passwort: | Passwort vergessen? | Registrieren



Interview (Musik)Blättern: Vorheriger Artikel | Nächster Artikel

Andabata

Ungewöhnliche Wege gehen... Viele Bands versuchen das, und schaffen es doch nie, die musikalischen Konventionen zu durchbrechen. Ganz anders die Nürnberger Death Metal-Combo Andabata. Momentan als Trio aktiv, hat diese Band bewusst die klassische E-Gitarre im Set vermieden, um mit zwei Bassgitarren, Drums und Gesang den Beweis anzutreten, daß man auch auf diese Weise innovative, aber geil klingende Metalsongs kreieren kann.
Aktuell besteht die Band aus Drummer Marc, Bassist und Sänger Carsten (beide auch Mitglieder von Entera) und der sympathischen Sabine, welche uns im folgenden Interview Rede und Antwort gestanden hat.

Otti:
Hallo Andabata, ihr macht Death- und Doommetal ausschliesslich mit Bass und Drums. Wie seid ihr auf die ungewöhnliche Idee gekommen, Metal komplett ohne Gitarren zu machen?

Sabine:
Erst mal muss ich dazu sagen, dass von unseren Doom-Parts mittlerweile nichts mehr übrig ist. Die hörst du eigentlich nur noch auf unserer zweiten CD, die 2002 erschienen ist. Seither sind wir stetig schneller und extremer geworden. Mittlerweile würde ich neben dem hauptsächlichen Death-Metal noch eher Black-Anleihen heraushören.
Die Idee mit der ungewöhnlichen Besetzung stammt eigentlich von einer Punk-Band, in der unser Basser früher mal gespielt hat. Dort hatten sie nämlich genau diese Besetzung. Und das wollte er eben auch im Death-Metal umsetzen.

Otti:
Betrachtet man euere 12-jährige Bandgeschichte fällt auf, daß es viele Umbesetzungen gab und ihr letztlich quasi auf 3 Leute "geschrumpft" seid. Seid ihr mit der aktuellen Formation zufrieden? oder gibt es Pläne da wieder weitere Musiker hinzuzuziehen?


"Ich persönlich finde es aber schade, dass man nicht öfter mal etwas außergewöhnliches von Bassisten hört."

Sabine:
Für unsere Wunschbesetzung fehlen uns auf jeden Fall noch zwei Frontmänner oder -frauen. Viele unserer Songs sind auf bis zu drei Gesangsstimmen ausgelegt. Da Carsten - unser Basser - im Moment aber zwangsweise den Gesang komplett alleine übernehmen muss, klingen die Songs eben nicht mehr so, wie sie ursprünglich geplant waren.

Interessierte Sänger/ Sängerinnen dürfen sich also gerne bei uns melden. Bis wir welche gefunden haben, machen wir eben zu dritt weiter.

Otti:
Lauscht man so den Songs klingt der Sound naturgemäss sehr erdig, aber auch spannend. Wie muss man sich die Entwicklung von Stücken deren Melodien ausschliesslich auf der Bassgitarre entstehen vorstellen?

Sabine:
Ich denke die Entwicklung der Songs läuft genauso wie bei Bands mit Gitarre auch. Schließlich hast du am Bass (fast) die selben Möglichkeiten wie an der Gitarre auch. Nur klingt alles automatisch viel wuchtiger als bei einer Gitarre.

Otti:
Als ehemaliger (zugegeben eher mässiger) Bassist beeindruckt mich auch die Kunst, Gitarrentechniken wie das Tapping auf den dicken Saiten so gekonnt umzusetzen. Warum hört man solche Elemente so selten bei anderen Bands?

Sabine:
Meiner Meinung hat das vor allem zwei Gründe. Zum einen hast du bei vielen Bands zusätzlich zum Bass noch zwei Gitarren. Da bleibt einfach nicht viel Raum für den Bassisten, in dem er sich austoben kann. Meist stehen sich die beiden Gitarristen ja schon im Weg - bildlich gesprochen.
Zum anderen trauen sich vielleicht viele Bands nicht von den vorgegebenen Standards abzuweichen. Und bei einer Standard-Instrumentierung gehört der Bass nun mal zur Rhythmus-Fraktion einer Band.
Ich persönlich finde es aber schade, dass man nicht öfter mal etwas außergewöhnliches von Bassisten hört. Leider wird der Bass sowieso viel zu oft in den Hintergrund gemischt, so dass man gar nicht genau hört, was der Bassist eigentlich spielt.

Supremacy 1914

Otti:
Euer letztes Album Bloody Screams liegt ja nun schon drei Jahre zurück. Wie sieht es denn derzeit aus, ist etwas neues geplant?

Sabine:
Wir haben in der Zwischenzeit fleißig neue Songs geschrieben. Mittlerweile haben wir auch genügend Material für ein weiteres Album zusammen.
In den nächsten ein bis zwei Monaten werden deshalb definitiv die Aufnahmen zur nächsten - mittlerweile vierten - CD anfangen. Wenn alles gut läuft ist die Platte dann noch 2010 erhältlich.

Otti:
Mir scheint, euere Songs haben oft einen doppeldeutigen Hintergrund. In Blutsucht zum Beispiel entdecke ich zum einen tatsächliche Wut und Rachedurst, aber auch die Botschaft, daß man bei Mißständen nicht wegschauen sollte. In welchen Situationen seht ihr es denn als gegeben an, zuzuschlagen statt nur zu lamentieren?

Sabine:
Ich bin eigentlich generell gegen Gewalt, weil ich glaube, dass Gewalt niemals eine Lösung für Probleme sein kann. Selbst wenn sie kurzzeitig eine Lösung zu sein scheint, folgen doch irgendwann nur weitere Probleme und Konflikte und sei es schlicht durch Gegengewalt.
Es gibt allerdings auch noch etwas zwischen Zuschlagen und nur zu lamentieren. Nämlich ein Handeln/ Einschreiten ohne gleich gewalttätig zu werden. Wegschauen ist in jedem Fall mal die schlechteste Lösung.

Otti:
I want to die wiederum thematisiert die Gefühle, die einem Menschen jegliche Lust am Leben rauben. Was treibt einen Menschen in eueren Augen dazu, seinem Leben ein Ende zu setzen?

Sabine:
Mhh... schwierige Frage. Es gibt wohl sehr viele Dinge, die einen Menschen in den Selbstmord treiben können. Da es sich um einen langen, schleichenden Prozess handelt, bis ein Mensch sich letztlich dazu entschließt, reichen wohl am Ende auch oft Kleinigkeiten aus. Es sammeln sich wahrscheinlich viele Dinge an, bis ein Mensch schließlich keinen anderen Weg und keine Perspektive mehr sieht.
Ich bin aber auch der Meinung, dass vielen Betroffenen geholfen werden könnte, wenn Freunde und Familie nicht weg sehen, sondern die Anzeichen früh genug erkennen und demjenigen dann auch helfen.
Aber um noch mal auf I want to die zurückzukommen. In dem Lied geht es ganz konkret um einen Menschen, der gefangen in einer dunklen Zelle ist. Ohne dass er weiß warum oder wo und ohne Kontakt zu anderen Menschen zu haben. Irgendwann hat er keine Hoffnung mehr, dass sich an seiner Situation jemals wieder was ändert. Deshalb beschließt er sich umzubringen, damit er endlich wieder frei sein kann.

Otti:
Abgesehen von der Musik die ihr zusammen macht, was verbindet euch untereinander?

Sabine:
Wir haben uns schon gekannt bevor wir zusammen bei Andabata gespielt haben. Deshalb waren da von Anfang an neben der Musik schon andere Gemeinsamkeiten. Wir verstehen uns, sind auch "privat" viel zusammen unterwegs.

Otti:
Andabata existiert ja wie schon erwähnt seit nunmehr 12 Jahren. Was waren denn die schönsten Erlebnisse in der Bandgeschichte bisher? Und was für Ziele und Träume habt ihr noch für euere musikalische Zukunft?

Sabine:
Mit zu den schönsten Augenblicken gehört für mich auf jeden Fall der Moment, wenn man das erste Mal die eigene fertige CD in Händen hält. Aber daneben gab es auch viele andere Erlebnisse. Zum Beispiel einige Gigs, bei denen eigentlich alles gepasst hat; angefangen vom Publikum, der Stimmung bis hin zum Spaß den man einfach innerhalb der Band hat.
Das nächste große Ziel ist natürlich die kommende CD, über die wir ja schon gesprochen haben. Das wird auch erst mal einiges an Zeit und Energie brauchen, bis dieses Projekt abgeschlossen ist. Vielleicht findet sich ja sogar ein Vertrieb für die neue Scheibe.
Danach wollen wir vor allem weitere Gigs spielen. Einige Gigs im Ausland wären mal spannend. Oder vielleicht sogar mal eine kleine Tour über ein bis zwei Wochen am Stück.

Otti:
So langsam steuern wir auch auf die Adventszeit zu. Welche Bedeutung haben Feste wie Weihnachten für euch persönlich?

Sabine:
Da kann ich jetzt nur für mich sprechen und nicht für den Rest der Band. Ich bin kein gläubiger Mensch. Deshalb hat Weihnachten mittlerweile eigentlich überhaupt keine Bedeutung mehr für mich. Wir feiern auch kein Weihnachtsfest. Ich verbinde allerdings schöne Erinnerungen damit; einfach weil es ein Familienfest ist. Und besonders als Kind ist die Stimmung in diesen Tagen schon was besonderes.

Otti:
Da wir bei Nightshade uns so langsam neben der Musik auch wieder verstärkt mit dem Thema "Spiele" befassen wollen interessiert mich hier natürlich auch eine Meinung. Spielt jemand von euch gerne in seiner Freizeit z.B. am PC, aber auch Brettspiele? Was wären da die absoluten Favoriten?

Sabine:
Ich persönlich bin kein so großer Spiele Fan. PC Spiele habe ich ehrlichgesagt zuletzt richtig intensiv am Comodore (C64) gespielt und das dürfte nun doch schon etliche Jahre her sein.
Ansonsten kann ich mich ab und an für klassische Brettspiele wie Schach oder Scrabble begeistern.
Wie du siehst bin ich da eher der falsche Ansprechpartner.

Otti:
Und als Abschluss: Wer von euch dreien ist der größte Dickschädel, wer der beste Musiker, und wer hat die meisten Groupies?

Sabine:
Das ist jetzt aber eine gemeine Frage. Ich würde mal ganz diplomatisch sagen, dass jeder von uns mal Tage hat, an denen er seinen Dickschädel unbedingt durchsetzen will. Obwohl wahrscheinlich Marc - unser Drummer - diese Phase seltener hat als der Rest von uns.
Wer von uns der beste Musiker ist, kann denke ich jeder für sich entscheiden, der uns entweder live sieht oder sich unsere CD’s anhört. Das beurteilt wohl jeder etwas anders.
Groupies? Nun ich bin die einzige Frau in der Band. Das bedeutet, die Jungs müssen sich die weiblichen Groupies untereinander aufteilen, während die männlichen alle für mich bleiben. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass die meisten Besucher auf Death Metal Konzerten nach wie vor männlich sind, wird das zu einer ganz simplen Rechenaufgabe, oder?
Nein, Spaß beiseite. Ich bin mir nicht sicher, ob es bei Death Metal Bands überhaupt so viele Groupies gibt.

Website: www.andabata.de

Art des Interviews: Email
28.11.2009 by Otti

Blättern: Vorheriger Artikel | Nächster Artikel
Wie Du uns unterstützen kannst:
Dir gefällt unsere Arbeit? Das ist toll! Allerdings kostet sie Zeit und Geld, daher würden wir uns wir uns über die Zahlung einer freiwilligen Lesegebühr freuen! Auch mit dem Einkauf in einem unserer Shops kannst Du uns unterstützen:
eBay | Cardmarket | Booklooker | Kleinanzeigen
Zudem würden wir uns freuen, wenn Du einen eventuell vorhandenen "Adblocker" deaktivierst und/oder unsere Website und Inhalte in die Welt teilst. Vielen Dank!

Airsoftsports
ImpressumAllgemeine GeschäftsbedingungenDatenschutzerklärung

Postanschrift + Kontakt:
Nightshade - Frank van Düren
Landfermannstraße 9, 47051 Duisburg, Deutschland
Mail: info@nightshade-shop.de
Tel: 0203/39346380 | Mobil: 0170/3475907

Alle Rechte bei Firma Nightshade und Frank van Düren, ausgenommen eingetragene Markenzeichen der jeweiligen Hersteller und externe Webprojekte.
Konzept und Design 2001-heute by Nightshade/Frank van Düren.