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Interview (Musik)Blättern: Vorheriger Artikel | Nächster Artikel

Lacasa del Cid

Zeitgleich mit den Fragen an Myk Jung habe ich auch die Interviewfragen für Lacasa del Cid rausgeschickt, den zweiten Protagonisten der "Live und Unplugged" Tour. Lacasa war etwas langsamer mit den Antworten, aber seine Ausführungen stehen denen von Myk in nichts nach. Und ich werde euch das Interview jetzt noch präsentieren, pümktlich bevor ich heute Abend zum Konzert in Bochum aufbrech. =)

Otti:
Hallo Lacasa, ich muss gestehen, bisher kannte ich dich nur als Musiker bei Goethes Erben. Wenn ich mir nun deine Myspace-Seite anschaue sieht man wie vielseitig dein musikalisches Schaffen ist, daher bitte ich dich einfach, dich mal zunächst mal unseren Lesern vorzustellen.

Lacasa:
Hallo Leser. Ich bin Lacasa:
del Cid, aka Carsten Klatte. Vielleicht kennt ihr mich von der einen oder anderen Band, sei es Cassandra Complex, Girls under Glass, Henkes Erben, Wolfsheim (oder unserer damaligen kleinen Kostbarkeit "Care Company"), oder gar den ruchlosen Coldwave Rockern (ich las diesen Begriff neulich in einer Ankündigung) von Project Pitchfork. Ich mache hier bei "Lacasa:
del Cid" was ich will und hoffe, daß es euch gefällt. Und wenn nicht, ist das auch gut so, dann mach ich mir auch gerne ein Loch ins Knie, oder schreib nen Song über euch, was ich eventuell ja sogar schon getan habe.

Otti:
Was bedeutet Musik für dich? Wie bist Du zum Musiker geworden, was bewegt dich in der Welt der Klänge am meisten, und was hörst Du selbst gerne?

Lacasa:
Das mit der Musik ging bei mir schon sehr früh los, so etwa mit 11. Eigentlich wollte ich erstmal nur die Mädels beeindrucken, aber das war sehr schnell anders, weil ich doch sehr schnell merkte, wie direkt man sich mit Musik ausdrücken kann. Ich finde, Musik ist das direkteste künstlerische Medium das es gibt. Eben unmittelbar, was eigentlich auf alle künstlerischen Medien zutrifft, aber eben auch schnell, oder vielleicht auch nur "körperlicher" als zum Beispiel die Malerei, und eben lauter als, zum Beispiel, die Bildhauerei.
Was ich selber gerne höre, ist dann allerdings schon schwieriger, da ich als Musiker eigentlich antworten sollte: "Ich höre. Das reicht doch." (Vielleicht sogar noch besser: "Ich höre, es reicht noch." :-) ) Selbst der Klang einer Straße hat etwas von Musik, oder die Stille NACH einem Konzert, aber das meintest du bestimmt nicht. Und da wird es eben schwierig, weil ich sehr viel verschiedene Musik höre, im Augenblick gerne guten alten Rock and Roll oder sogar alte Hillbilly Aufnahmen aus den frühen 50er Jahren. Manchmal bin ich aber auch "voll auf Black Metal", oder höre indische Sitarmusik, oder Scriabin´s "Prometheus", um hier mal auf dicke Hose zu machen.

Otti:
Kurz zu deiner Zeit bei Goethes Erben. Wie war die Zusammenarbeit mit Oswald, Mindy und den anderen? Was hast du aus dieser Zeit mitgenommen?

Lacasa:
Was ich an den Erben immer geliebt habe war, daß diese Band ein wahres Ensemble ist, will sagen, daß die musikalische Qualität, welche sich dort auf einer Bühne präsentierte immer eine hohe Qualität besaß. Ich fühle mich immer noch verbunden, es wahr eine tolle Zeit.

Otti:
Nun bist Du mit Myk Jung "Live & Unplugged" auf Tour. Wie habt ihr beide zueinander gefunden, und was verbindet dich mit Myk?

Lacasa:
Myk und ich lernten uns auf der Girls under Glass/The Fair Sex Tour "between light and darkness" kennen, war es 2000 oder gar 2002, ist vom Gefühl jedenfalls schon ne Ewigkeit her. Ich hatte ja schon die Ehre, den linken Ohrring in seiner Hörvertonung seines Romanes "Der Herr der Ohrringe" zu sprechen, und hab auch schon die eine oder andere Träne vergossen beim Fair Sex/Rotersand Remix von "Remote View" auf meiner letzten CD "lonestar". Ich fühl mich mit ihm wohl, das trifft es doch noch am besten. (Außerdem hat er eine schöne Nase... ;-))
Ich fand die Idee, sein Balladen Album auf 2 Gitarren zu vertonen nicht nur außerordentlich mutig, sondern künstlerisch auch sehr verführend, weshalb ich ihm auch sofort meine Unterstützung zusagte. Ich kann natürlich nur jedem raten, sich das anzuschauen, was wir da auf die Bühne gestellt haben, es ist eine direkte Kunst, welche sich darbietet, unverschanzt und offen. Ich finde, so etwas bekommt man heutzutage selten genug zu sehen.

Otti:
Wie ich gesehen habe, bist Du dieses Jahr auf dem WGT aufgetreten, ein Auftritt den ich leider versäumt habe. Welches Gefühl bringt ein solcher Auftritt mit sich, und was bedeutet die schwarze Szene für dich?

Lacasa:
Unser Auftritt auf dem WGT war sehr schön, ich hatte mich sehr über diejenigen gefreut, welche meine Musik noch nicht kannten und während des Konzertes immer mehr einstiegen, was ich von der Bühne deutlich beobachten konnte. Das war eine sehr schöne Erfahrung.
Schwarze Szene allerdings muß ich gestehen, habe ich noch nicht gesehen. Ich selbst habe keine Latexklamotten zuhause, oder Lack. Ehrlich gesagt hätte ich auch keinen Bock mit einer Lackhose über die Bühne zu laufen, nur um "denen da unten" zu gefallen. Ich hab mich da selber lieb.

Szene sollte eigentlich immer ein Synonym für Selbstbestimmung sein und nicht in die "Co-Abhängigkeit" führen. Sprich: Man sollte sein "Ich" bitte nicht am Clubeingang zusammen mit dem Mantel entsorgen, das ist dann auch (noch) nicht mal devot, das ist einfach nur kindlich. Auf meinen Konzerten treffe ich viele Leute, auch von anderen "Szenen" (oder auch gar keinen), welche sich mit mir über ihr Leben, oder über meine Musik oder sonstwas auseinandersetzen wollen. Sie sind jedoch alle sie selbst, wozu ich in meiner Musik ja auch aufrufe, egal wie man rumläuft. Ich glaube, daß diese meine Einstellung da wohl eher "Punk" ist, so wie sich das anhört, oder? :-)

Otti:
Wie verbringst Du Weihnachten? Was bedeutet dir dieses Fest, bedeutet es dir überhaupt etwas?

Lacasa:
Weihnachten habe ich den ersten tag wieder "Ruhe im Karton", da wir am 23.12 die letzte Show unserer derzeitigen Myk Jung/Lacasa:
del Cid tour haben, und zwar in Hamburg im Kir.

Otti:
Wenn Du so zurückblickst, was waren die prägendsten Erlebnisse in deinem Leben? Welche Menschen haben dich am meisten beeinflusst?

Lacasa:
Also davon gibt es zu viele, welche mir, ehrlich gesagt auch zu persönlich wären, sie hier zu erzählen. Musikalisch gesehen, hat mich sicherlich auch jede Band irgendwie "geprägt" (im schlimmsten Fall war es sogar anders herum:-)), und was die Menschen angeht gibt es da auch eine große Menge. Im Augenblick glaube ich, sind es meine Frau und Künstlergefährtin Serena, und vielleicht mein Kampfkunstlehrer Ivar Hafskjold.
Ich finde, wenn man schon nicht allein auf diesem Planeten ist, dann sollte man auch offen sein, und sich auch mal von anderen sagen lassen, wie sie einen wahrnehmen. Oftmals wird man überrascht neuartige Dinge an sich erkennen, welche man vorher gar nicht so wahrgenommen hat. Jedoch sollte man auch immer darauf achten, daß man "man selber" bleibt und sich nicht fremdbestimmen läßt, nur weil man den Ansichten der anderen entsprechen will. Diese Waage zu halten würde ich dann "praktizierte Lebenskunst" nennen.

Otti:
Was macht ein Lacasa del Cid, wenn er sich nicht mit Musik beschäftigt? Welche Dinge beschäftigen dich sonst noch?

Lacasa:
Wie eben schon erwähnt, praktiziere ich eine Kampfkunst die "Stav" genannt wird, welche mich wahrlich sehr beschäftigt, da ich täglich zumindest versuche, damit meinen Mann zu stehen. Gar nicht mal aus dem Bedürfnis heraus "gut kämpfen" zu können, sondern eher aus gesundheitlichen Gründen, da ich, wie du dir sicherlich vorstellen kannst, mittlerweile den sogenannten "Gitarristenrücken" habe und auch die Zeit vor dem Rechner im Studio nicht gerade wirbelsäulenfreundlich ist.
Ansonsten bin auch ich, wie so viele, ein Film-Nerd, jedoch nur im DVD Format. Sprich, ich schaue kein Fehrnsehen im Allgemeinen, da ich keine "Berieselung" wünsche, wie Werbung, oder meinungsbildende Mediengestaltung.

Otti:
Nehmen wir mal an, es gäbe einen Mißstand, den du durch deinen bloßen Willen ändern könntest. Welches Problem würdest Du lösen, und warum genau dieses?

Lacasa:
Ich würde die Würdelosigkeit der Menschen ausmerzen.
Ich finde, vielen Menschen fehlt Wesent-liches, etwas verwurzelt in sich selbst, was ich als Würde bezeichnen müßte. Aus dem Wissen um die eigene Würde heraus, könnte der Mensch sich selbst , in Konfliktsituationen, viel besser in den Anderen erkennen, weil er sie durch sich selbst wahr-nehmen könnte. Und es würde weniger "Opfer" (oder auch weniger "Täter") geben, da die meisten Konflikte auch erst da entstehen, wo sich jemand nicht wahr-genommen fühlt... Wenn man sich selbst mal mehr (für) wahr-nehmen würde, dann müßte man es den Anderen auch nicht so ankreiden...

Otti:
Und wie sehen deine guten Vorsätze für 2007 aus?

Lacasa:
Mich durch die Schallmauer spielen...:-))

Tourdaten Myk Jung + Lacasa del Cid

25.11.2006 Waldschloß Potsdam
28.11.2006 K17 Berlin
29.11.2006 Kulturbunker Köln-Mülheim
30.11.2005 Parkside Aachen
02.12.2006 Zwischenfall Bochum
16.12.2006 Movie Bielefeld
17.12.2006 ZecheCarl Essen
22.12.2006 Oxident Berlin
23.12.2006 Kir Hamburg

Art des Interviews: Email
02.12.2006 by Otti

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Weitere Beiträge zu Lacasa del Cid:

27.11.2006Myk Jung(Interview: Musik)
13.11.2006Myk Jung + Lacasa del Cid: Akustik Live Tour(News: Musik)

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