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WARHOLES: Dadaistische Troubleshooter

Im Rahmen meiner Arbeit für das SLAM Magazin hatte ich dieser Tage den Auftrag, eine kurze Story über die Wiener Garage Punk Formation WarHoles zu verfassen. Hierzu habe ich ein kleines Interview mit den Herren geführt, in dem sie überraschend ausführlich und äußerst interessant geantwortet haben - Viel mehr, als ich im Heft unterbringen konnte. Daher biete ich Euch hier die Möglichkeit, das gesamte Interview zu lesen - Besagte Story und eine Review zum Debütalbum Trouble beautiful Trouble findet Ihr in der kommenden SLAM-Ausgabe #88.

Otti:
Alles hat einen Anfang, so auch sicher Eure Bandgeschichte. Was war die Initialzündung, durch die die WarHoles entstanden sind?

been Orelian:
Frustration war die Initiation hinter WarHoles. Ich war damals Sänger in einer anderen Band und war an einem Punkt angelangt, an dem nichts mehr vorwärts ging. Also verabschiedeten Oz Huxley, Gitarrist und Mitbegründer von WarHoles, und ich uns davon und fingen an für WarHoles aus den von mir geschriebenen Texten und Gedichten als Songs zu verarbeiten. Damals nannten wir uns noch "WarHoles Against Bridges", weil wir neue Wege gehen wollten und metaphorisch die Brücken hinter uns abgebrochen hatten. Anfangs haben wir uns hauptsächlich auf Lesungen rumgetrieben, um dort als musikalisches Rahmenprogramm aufzutreten. Irgendwann entstand der Wunsch, doch wieder eine Band daraus zu machen. Schließlich sind wir dann auf Ion Illus getroffen und haben von da an zu Dritt weitergemacht.


"Nackte Worte lassen vielleicht nachvollziehen, Musik lässt mitfühlen."

Otti:
Zwischen der Bandgründung (laut FB 2011) und Eurem nun erscheinenden Album Trouble Beautiful Trouble sind fünf Jahre vergangen. Was habt Ihr in der Zwischenzeit getrieben?

been Orelian:
Die Idee, ein Album aufzunehmen stand ziemlich bald, nachdem wir auf Ion Illus getroffen sind, im Raum. Aber eine Platte zu machen, hängt natürlich von vielen anderen Faktoren ab. Welche Songs? Welches Studio? Produzent oder Eigenproduktion? Label hatten wir lange Zeit keines. Und die Unterstützung durch ein Label brauchst du, weil du nicht alles alleine schaffst. Das wird von vielen Musikern unterschätzt. Du brauchst die Live-Auftritte, damit du Erfahrung sammelst, Kontakt zur Außenwelt bekommst und deinen Bekanntheitsgrad erhöhst. Und erst dann kannst du ein Album aufnehmen. Aber dazwischen hat sich auch einiges abgespielt. Ich habe beispielsweise ein von mir verfasstes Drehbuch verfilmt, das den gleichnamigen Titel eines unserer Songs aus dem Album trägt: The Man Who Could Save the World. Bei diesem Kurzfilm hat sogar Ion Illus eine Rolle übernommen und eine Urversion des Songs ist auch darin zu hören. Ich schreibe sehr viel und aus dem Material entstehen dann wieder neue Ideen für neue Projekte, Songs oder Gedichte. Aber ich kann jetzt schon verraten, dass man auf ein weiteres Album von uns sicher keine fünf Jahre warten muss.

Ion Illus:
Am Anfang hat natürlich alles ein klein wenig gedauert, da Oz und been aus einer ganz anderen musikalischen Richtung gekommen sind. Ich war bis dahin hauptsächlich in Jazz- und Popformationen unterwegs, nachdem ich Jahre zuvor beschlossen hatte, keine Gitarren(rock)musik mehr machen zu wollen. Wir brauchten also schon mal einige Zeit, um uns musikalisch zu konsolidieren. Das ging dann aber doch recht schnell vonstatten, da wir damals auch noch Zeit für Proben hatten. ;)
Ich bin dann auch aufgrund privater Veränderungen mehr als ein Jahr komplett ausgefallen und Oz hat dann auch noch seinen Lebensmittelpunkt 200km weiter nach Südwesten verlegt. Als dann Vincent Dwight Hadriga zu uns gestoßen ist, ging alles recht schnell. Und jetzt sind wir da und auf das nächste Album... ich weiß nicht, vermutlich wird’s keine 5 Jahre dauern.

Vincent Dwight Hadriga:
Aus meiner Perspektive ist es schwer, von der Bandgründung 2011 zu sprechen. Als ich vor etwas mehr als einem Jahr das nicht leichte Erbe von Oz Huxley angetreten habe, begann für WarHoles, wie jetzt mit geschultem Rückblick gut zu erkennen ist, eine Zeit der Reinkarnation und Transformation. Alteingesessene Fans und langjährige Wegbegleiter finden bestimmt noch einige Parallelen zu damaligen Versionen des Materials, doch im Grunde handelt es sich fast zur Gänze um eine andere Band. Die Natur der Kunst ist von ständigem Wandel und Neuerfinden geprägt und davon bleibt auch WarHoles nicht verschont.

Otti:
Wenn ich mir das Album so anhöre, die Songtitel anschaue und auch versuche, die Texte zu "greifen", kommt in mir unweigerlich ein dadaistisch-anarchistisches Gefühl auf. Inwieweit würdet ihr das unterschreiben, und wo seht Ihr den inhaltlichen Kern der WarHoles?

been Orelian:
Ich finde, das sind schon sehr gute Reizworte. In meinen Texten strotzt es von Disharmonie, aber einen inhaltlichen Kern kann ich darin selbst nicht erkennen. Wozu auch? Wenn man etwas auf einen Punkt reduziert, sieht man schlussendlich nur mehr den Punkt. Wenn ich schreibe, dann tue ich das, ohne zu wissen, was dabei am Ende herauskommt.

Vincent Dwight Hadriga:
Das halte ich für eine überraschende, aber spannende Beobachtung! Gewissermaßen kann viel von dem, das wir präsentieren, Brücken zum Dadaismus schlagen: angefangen von der eher linear gehaltenen Songstruktur im Vergleich zu in der Popularmusik üblichen Verse/Chorus-Schemata, der inhärenten Manie bis hin zur Darbietung der Songs selbst.
Hinter all dem steckt allerdings kein treibender, inhaltlicher Kern, sondern eher die Expression. Für uns ist der Krach, den wir gemeinsam in die Welt hinausrufen, nicht bloß eine Kommunikations- und Darstellungsform, sondern auch ein Ventil und hoffentlich für viele andere eine Möglichkeit kurz in einer anderen Welt zu versinken.

Otti:
Wer und/oder was sind Eure wichtigsten Inspirationsquellen?

been Orelian:
Eine Frau, deren Reinkarnationen immer wieder in den Texten auftauchen.
Aber natürlich auch Greifbareres, was mich von außen beeinflusst oder inspiriert. Das kann, angefangen, von Situationen, Persönlichkeiten, Büchern oder Bildern, einfach alles sein. Manchmal ist es nur ein Wort oder ein Satz, der durch meinen Kopf geistert und dann schreibe ich den Rest einfach dazu.

Vincent Dwight Hadriga:
Tatsächlich sind beens Texte für mich im WarHole’schen Songwritingprozess eine wesentliche Inspirationsquelle. Ich versuche mich mit den Emotionen, die er mit ihnen vermittelt auseinanderzusetzen und transportiere die Auseinandersetzungen mehr oder weniger gut in einen musikalischen Kontext.
Grundlegend gesprochen ist für mich meine eigene Gefühlslage jedoch die vermutlich wichtigste Quelle der Inspiration, da ich Musik als eine breitgefächerte und sehr mächtige, beinahe universelle Kommunikationsform sehe. Es ist nicht immer einfach, seinen Mitmenschen zu erklären, wie man sich fühlt. Musik erleichtert diesen Prozess mit einem kurzen Hinweis auf ein Stück. Nackte Worte lassen vielleicht nachvollziehen, Musik lässt mitfühlen. An dieser Stelle sei auch Musik als Inspiration für weitere Musik genannt.

Ion Illus:
Jeder Ort, jedes Bild, jeder Kontakt, alles kann Inspiration bringen. Man muss "nur" offen sein.
Die besten Ideen kommen dann, wenn man es nicht braucht oder keine Möglichkeit hat, diese zu konservieren.

Otti:
Und was dürfen wir in naher Zukunft von den WarHoles erwarten?

been Orelian:
Viel Bühnenpräsenz...

Vincent Dwight Hadriga:
...mehr trouble...

Ion Illus:
...eventually in peace!

facebook.com/WarHolesOfficial

Art des Interviews: Email
30.09.2016 by Otti

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